Dienstag, 16. Februar 2016

Blogeintrag

27/01/16

Hallihallo, da bin ich mal wieder!!! Ich hatte bis jetzt leider gar keine Zeit, zu schreiben, ich hoffe, ihr verzeiht mir.

So, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, es ist schon wieder so viel passiert. Ich werde euch zuerst Neuigkeiten von meinen Projekten erzählen.

Projekte

Also, erstmal verstehe ich mich richtig richtig gut mit meinen Schülern. Sie sind wie eine zweite Familie für mich geworden. Wir kochen ganz oft zusammen, gehen spazieren oder auf den Markt, neben der Arbeit für die Schule natürlich. Zu meinen zusätzlichen Projekten: erstmal nicht so erfolgreich läuft der Braille-Kurs für LehrerInnen. Bis jetzt habe ich einmal einem Lehrer den Kurs anbieten können und ansonsten ist immer etwas dazwischen gekommen oder die Lehrer kommen einfach nicht, was nicht sehr motivierend ist. Da muss ich mir noch überlegen, wie ich den Kurs besser organisieren kann.

Mein Sportprojekt dagegen läuft super gut! Mit meinen Schülern mache ich jeden Samstag zusammen Sport und mittlerweile können sie den Kurs sogar schon selbst organisieren, wenn ich mal nicht kann, da sie den Ablauf und die Übungen kennen. Bis jetzt haben wir hauptsächlich Leichtathletik gemacht, also Ausdauer und Kraft und natürlich Dehnübungen. Wer mich auch immer wieder motiviert sind zwei Freunde meiner Schüler, die jedes Mal beim Sportkurs mitmachen und mir beim Erklären der Übungen helfen und v.a. auch beim Durchführen (ganz alleine können die Blinden nämlich keinen Sport treiben. Wir machen es immer so, dass ein Sehender, bzw. ein nur leicht Sehbehinderter einen Blinden an die Hand nimmt, das klappt sehr gut).

Als ich das Sportprojekt begonnen habe, habe ich mit mehreren Sportlehrern gesprochen und so auch mit meinem Volleyballtrainer, der am Anfang meines Aufenthaltes das Volleyballprojekt mit seiner Organisation „Sport pour tous“ (Sport für alle) organisiert hatte. Dieser hat mir auch nochmal einen Riesen-Motivationsschub gegeben. Er war sehr begeistert von meiner Idee und ist auch direkt zum nächsten Training vorbeigekommen. Dort hat er sehr erfolgreich eine kleine Motivationsrede vor meinen Schülern gehalten. Zudem hat er die tolle Idee geäußert, den Sportkurs für Blinde in allen Schulen Kpalimés zu organisieren, mit dem Ziel, am Ende des Schuljahres einen Wettkampf zu veranstalten. Außerdem könne man im Laufe der Zeit auch einen nationalen Wettkampf in ganz Togo anvisieren. Somit besteht ein gewisser Konkurrenzkampf unter den blinden Schülern und sie sind leichter davon zu überzeugen, dass Sport sinnvoll und wichtig ist.

Um diese Vorhaben durchzusetzen, habe ich mit den Verantwortlichen des Blindenzentrums (Grundschule und Ausbildungszentrum für Blinde) und des zweiten inklusiven Gymnasiums in Kpalimé gesprochen. Im Blindenzentrum wird schon einmal pro Woche Sportunterricht gemacht, den habe ich mir jetzt erst angeguckt. In der Schule konnte ich die Sportlehrer leider nicht sehr von meinem Vorhaben begeistern, Mr Fiagan (Volleyballtrainer und Chef von „Sport pour tous“) hat sich jetzt aber angeboten, um den Sportkurs am anderen Gymnasium durchzuführen.

Durch Zufall habe ich  auch schon das Blindenzentrum in Togo-Ville (bei Lomé) besucht. Ich bin dort mit einigen Volontären und einem Guide hingereist und dann haben wir uns auch das Zentrum angeschaut. Die Chance habe ich direkt genutzt und mich mit dem Verantwortlichen des Zentrums ausgetauscht. Dort wird auch bereits einmal pro Woche Sportunterricht gemacht und dieser für Schüler jeden Alters, da das Zentrum neben einer Grundschule auch ein Internat für Grund- sowie Gymnasialschüler ist. Der Verantwortliche war auf jeden Fall begeistert von meinem Projekt und mit ihm und seinen Schülern können wir beim nächsten Wettkampf rechnen.

Das Blindenzentrum in Lomé habe ich erst kürzlich mit Linn besucht. Von dem als am weitesten entwickeltes Blindenzentrum Togos bekannten Zentrum bin ich ein bisschen enttäuscht. Einerseits ist es super aufgebaut. Es bietet sich wie Togo-Ville als Internat für Schüler der Grund- sowie weiterführenden Schule. Zudem gibt es dort das wie schon beschriebene Internetcafé, in dem es die Möglichkeit für Blinde gibt, eine kleine Informatikausbildung zu machen. Wie in den anderen Blindenzentren ist auch eine Ausbildung im Kunsthandwerk möglich. Was in Lomé besonders ist, ist die kleine Herberge. Im Zentrum werden Zimmer (sehr schön, gepflegt und modern) zum üblichen Preis von 5000 cfa/Nacht (entspricht ca. 7€). Was das Internetcafé betrifft, habe ich wegen meinem geplanten Projekt, mit dem dortigen Informatiker gesprochen und leider erfahren, dass das Programm, was dort benutzt wird, kostenpflichtig ist und für einen Computer 100 000 cfa kostet (das sind ca. 140 €!). Linn hat aber z.B. auch ein kostenloses Programm auf ihrem Laptop, was nicht so schlecht aus. Von daher, denke ich, kann man für den Anfang erstmal ein einfaches Programm aus dem Internet herunterladen.

 

Ein weiteres Sportprojekt von mir wird das Gründen eines Blindenfußballvereins in Kpalimé sein. Dafür habe ich schon die Unterstützung von einigen Schülern. Ein Schüler, der dieses Jahr Abitur macht, ist bereits Trainer einer Blindenfußballmannschaft, die momentan allerdings eher weniger aktiv ist. Früher wurde regelmäßig trainiert und auch gegen andere Teams gespielt (oft gegen „Sehende“ und teilw. Konnten die Jugendlichen mit Sehbehinderung ihr Können durch Siege beweisen) Glücklicherweise haben die Schüler vor ein paar Jahren einige Blindenfußbälle und sogar einen ganzen Trikotsatz gespendet bekommen. Somit sind die wichtigsten Voraussetzungen schon mal gegeben. Ich werde mich, wenn ich die Zeit finde, mit ein paar Schülern zusammensetzen und das Projekt konkretisieren.

 

Zudem starte ich noch ein kleines Projekt, dass den blinden Menschen in Kpalimé den Alltag ein bisschen erleichtern soll. In Lomé gibt es nämlich ein Internetcafé für Blinde, d.h. dort sind die Computer so programmiert, dass sie sprechen können. Dies möchte ich annähernd auch in einem Internetcafé in Kpalimé einführen. Dazu reicht es, an z.B. zwei Computern dieses Programm herunterzuladen. Sehende können die Computer trotzdem noch ganz normal benutzen. Was das betrifft, muss ich nur noch ein Internetcafé finden, das sich dazu bereit erklärt.

 

So, das war´s erstmal zu meinen konkretesten Projekten. Ideen habe ich noch ganz viele andere, aber damit muss ich erstmal abwarten, ich komme jetzt schon nicht mehr mit der Zeit hin.

Ich möchte jetzt noch von einigen Ereignissen und meiner Nordreise mit Linn und Kati erzählen:

Weihnachten in Kpalimé

Weihnachten wird hier teilweise ähnlich wie bei uns, teilweise aber auch sehr anders gefeiert. In der Vorweihnachtszeit zum Beispiel wird das Fest zwar auch vorbereitet, aber man feiert kein Advent und auch kein Nikolaus. Adventskalender kannte meine Familie auch nicht. Ab dem 1. Dezember gibt es überall „Böller“ zu verkaufen und die Kinder sparen sich ihr Geld, um mit diesen ein bisschen Lärm zu machen. Die Älteren geben schöne Kleider für die Festtage in Auftrag, wodurch meine Mama als Schneiderin, den ganzen Dezember durch wahnsinnig viel gearbeitet hat. Um den 24. Rum, hat sie teilw. die Nacht durchgearbeitet und eine Pause konnte sie sich erst im Neujahr gönnen. Letztendlich Weihnachten ist hier eher ein Fest für Kinder. Am 24. gibt es nachmittags in der Kirche wie bei uns Krippenspiel. Ansonsten feiert man aber hauptsächlich den 25. Ich bin am 24. Mit Kati und Linn in die Kirche gegangen und wir haben danach für uns eine kleine Bescherung gemacht. In der Adventszeit haben wir Volontäre uns jeden Sonntag zum Weihnachtsliedersingen getroffen, wodurch wir wenigstens ein bisschen in Weihnachtsstimmung gekommen sind. Nach unserer Bescherung am 24. sind wir abends mit togolesischen Freunden in eine Bar was trinken gegangen. Am 25. Gab es in unseren Familien extra leckeres Essen und mein Papa hat uns Kindern eine kleine Tüte mit Keksen und einer Cola-Dose geschenkt, worüber wir uns sehr gefreut haben. Ich habe meinen Geschwistern jew. ein Buch geschenkt, worüber sie sich mehr gefreut haben als ich gedacht hätte. Emmanuela durfte an dem Tag auch länger mit mir spazieren gehen als sonst. Des Weiteren feiert man die Festtage nicht so besinnlich wie bei uns, sondern geht viel mehr tanzen und etwas trinken.

 

Unsere Nordreise

Nun zu meiner Nordreise mit Kati und Linn in den Weihnachtsferien.

Gestartet sind wir am 26.12.2015 und geplant haben wir die Reise für 8 Tage.

Unseren ersten Halt haben wir in Atakpamé gemacht. Somit haben wir am ersten Tag den schlimmsten Teil der Route hinter uns gebracht (die Straße von Kpalimé nach Atakpamé ist bekannt für ihre vielen Bodenwellen und Löcher und jetzt im Winter hat die Tour auch eine schöne  Sandschicht auf den Mitfahrern hinterlassen ;) ). In Atakapamé haben wir bei dem großen Bruder von Jules, einem meiner Schüler, übernachtet. Die meisten Schüler verbringen die Ferien bei ihren Familien. Wir wurden sehr nett empfangen und hätten gerne mehr Zeit mit der Familie verbracht, aber durch unseren straffen Zeitplan, konnten wir leider nicht sehr lange bleiben. Nach unserer Ankunft sind wir zum Markt von Atakpamé gefahren und haben uns die Stadt angeschaut. Atakpamé liegt mitten in den Bergen, was es zu einer sehr schönen Stadt macht. Auf den ersten Blick sieht Atakpamé auch gar nicht so sehr wie eine Großstadt aus (nach dem Bild, was wir uns in sehr kurzer Zeit von Atakpamé gemacht haben). Abends wurde uns bei Jules Familie Fufu serviert und wir haben noch ein wenig draußen zusammen gesessen.

Am nächsten Morgen ging es früh weiter nach Fazao. Dies ist ein Dorf vor Sokodé, in dem sich der Eingang zum Nationalpark Togos befindet.

 
Nach einer 30-minütigen Motofahrt wurden wir im Dorf sehr nett von den Einwohnern empfangen. Von der Reise sehr müde, fragten wir nach einem Hotel. Sofort wurde der „Zuständige“ für das Hotel gesucht und Anasse, ein Jugendlicher, der uns während unseres Aufenthaltes das Dorf zeigte, führte uns zum Hotel. Dort warteten wir dann auf den Zuständigen und merkten schon, dass in dem Dorf scheinbar selten Touristen empfangen werden. Das Hotel sah sehr verlassen aus. In den Räumen standen Stühle und Tische durcheinander wie in einem Abstellraum, alles war total verstaubt, die Rezeption schien seit Ewigkeiten nicht mehr besetzt und der „Pool“ war schon eher ein Biotop, in dem sogar Frösche lebten. Zudem wurde uns bei unserer Ankunft erklärt, dass man, um in den Park zu gehen, zuerst nach Sokodé reisen muss. Dort meldet man sich beim Büro des Parkes und macht die Safari-Tour von dort aus. Da Fazao aber auf unserer Route lag und wir nun schon dort hingereist sind, blieben wir in Fazao. Wir riefen den Direktor in Sokodé an, um abzuklären, ob der Safari-Guide uns auch in Fazao abholen kann. Das war kein Problem und so konnten wir uns noch einen schönen Nachmittag in Fazao machen. Der „Zuständige“ für unser Hotel kam dann auch nach einiger Zeit und suchte uns ein Zimmer in dem Hotel. Dieses stellte sich als viel besser als erwartet heraus. Es war zwar sehr staubig, aber wir hatten eine Toilette, eine Dusche und ein Bett. Uns wurde Wasser gebracht, Strom gab es in dem Dorf eh keinen und uns wurde sogar angeboten, das man für uns kochen könne. Wir lehnten ab, da wir wie gewohnt auf der Straße essen wollten und ihnen keine Umstände machen wollten. Kati ruhte sich dann erstmal aus, da sie noch Malaria hatte und Linn und ich erkundeten ein bisschen das Hotel. Unser Rundgang wurde sehr ereignisreich, da wir ein altes Safari-Flugzeug fanden, was in Deutschland bestimmt schon längst in einem Museum Platz gefunden hätte. Wir konnten uns nochmal in unsere Kindheit reinversetzen und machten begeistert Fotos von dem Flugzeug. Am späten Nachmittag bot uns Anasse an, mit uns auf einen kleinen Berg im Dorf zu klettern, von dem man einen tollen Ausblick hat. Da sagten wir nicht nein und los ging es auf den Dorfberg  (der sich eher als kleiner Hügel herausstellte ;) ). Leider wurde es schon dunkel als wir oben waren und so sahen wir nur die Solarstraßenlaternen und schemenhaft die Häusersilhouetten des Dorfes. Nachts wurden wir noch zu einem Dorffest eingeladen. Wir hatten nämlich das Glück, an dem Tag gekommen zu sein, an dem der „Danse des chausseurs“ (Tanz der Jäger) stattfindet, der nur einmal im Jahr gefeiert wird. Zu diesem Tanz versammelte sich das ganze Dorf auf dem Dorfplatz und es wurden Bänke für die Jäger in die Mitte gestellt. Außerdem ein Topf mit Palmwein. Nach wie üblich, längerem Warten, kamen die Jäger und setzen sich erstmal auf ihre Bänke und diskutierten unter sich. Im Laufe des Abends lief es dann immer so ab, dass sich ab und zu ein oder zwei Jäger erhoben und für unsere Augen etwas seltsam um den Palmweintopf tanzten. Dabei nahmen sie dann des Öfteren ein bisschen Wein zu sich. Wie das Fest endete, bekamen wir leider nicht mehr mit, da wir sehr müde von der Reise waren und am nächsten Morgen sehr früh für die Safari aufstehen mussten.

Am nächsten Morgen ging es dann los auf Safari. Unser Guide kam mit einem richtig coolen typischen Safari-Jeep an und wir durften uns hinten auf die Ladefläche setzen Ja, die Safari war … spannend, interessant, eiskalt, teilw. ein bisschen eintönig und letztendlich haben wir Gazellen gesehen (die unseren europäischen Rehen sehr ähneln), eine Gottesanbeterin auf meinem Kopf (die war riesig!), Vögel und Mangusten. Linn hatte sogar das Glück, einen Affen zu sehen. Die Löwen haben leider geschlafen als wir kamen, genauso wie die Affen. Die Safari war, was das Sehen seltener Tiere betrifft, also nicht so erfolgreich. Aber die Natur war dafür atemberaubend und hat sich auch im Laufe der Fahrt ständig geändert und die Fahrt auf dem Jeep war auch super. V.a. nach der Safari, als wir auf dem Jeep sitzend über die geteerte Landesstraße nach Sokodé gedüst sind :D

In Sokodé haben wir eine schöne Herberge gefunden mit einem Besitzer, der uns sehr begeistert seine Deutschkenntnisse präsentierte und sehr gastfreundlich war. Nach ein bisschen Ruhe im Hotel, haben wir uns in die Stadt zum Markt aufgemacht und uns außerdem das Webzentrum, sowie das Stadion von Sokodé angeguckt. Beides war nicht sehr groß, aber interessant und hat uns einen Eindruck von der Stadt gegeben. Am nächsten Morgen haben wir uns noch das Regionalmuseum angeguckt, das aus einem Raum bestand mit Ausstellungsstücken und Fotos über die Geschichte und Kultur Togos.

Mittags sind wir dann auch schon weiter in den Norden nach Kara gefahren. Auf dem Weg dorthin hat unser Taxifahrer bei der berühmten Felsspalte („Faille“) nicht weit von Kara entfernt, gehalten, damit wir uns diese anschauen können. In die entgegengesetzte Richtung führt die Route durch die Felsspalte, wir konnten uns also schon mal auf den Rückweg freuen. In Kara haben wir bei der Hotelsuche zwei nette Motofahrer kennen gelernt, die uns ein schönes Tourismusprogramm für den folgenden Tag anboten. Nazif, einer der beiden, hat uns abends noch einen Markt (eher eine Art Messe) in der Nähe unseres Hotels gezeigt. Dort wurden neue Produkte von Elektrohändlern, Fruchtsaftmarken, … präsentiert. Nach einem kurzen Bummel über die kleine Messe, haben wir uns mit anderen Volontären aus Kpalimé und Sokodé getroffen und zsm. Pizza gegessen (durch Zufall waren wir in dem Moment alle in Kara). Für Linn und Kati war der Abend leider nicht sehr entspannend, weil sie beide starke Bauchschmerzen hatten. Auf dem Rückweg zum Hotel sind wir dafür das erste Mal zu dritt Moto gefahren, das war sehr kuschelig und lustig :D

Am nächsten Tag starteten wir dann die Mototour mit den Motofahrern, die wir am Vortag kennen gelernt haben. Es ging zuerst zum  Réserve SaraKawa, einem kleinen Safaripark. Auf der Fahrt dorthin sind uns die guten Straßen und die sehr gut ausgebaute Infrastruktur von Kara aufgefallen (nach unseren Eindrücken ist Kara eine der modernsten, saubersten und reichsten Städte Togos). Diese Safari war wesentlich kürzer, wir haben aber viel mehr Tiere gesehen als bei der in Sokodé. Wir sahen Gazellen, Büffel, bunte Vögel, Zebras, Schildkröten und Strauße.

Danach ging es weiter. Wir fuhren durch einen Fluss zu den Elefanten. Das sind drei Elefabten, die in freier Natur leben, aber 1-2x/Tag für Touristen zu einem Gelände gelockt werden (mit Obst, ohne Gewalt). Wir durften sie dann füttern und streicheln, wobei ich erstmal ein bisschen Angst hatte, weil sie sehr aufdringlich werden konnten und wir auf unsere Kameras aufpassen sollten und darauf, dass die Elefanten uns nicht hoch heben :D ES war aber trotzdem richtig toll, die raue Haut der Elefanten zu fühlen und die Zunge durften wir auch anfassen. Als wir abfahren wollten, wurde es nochmal spannend. Die Elefanten folgten uns zu den Motos und ließen uns nicht wegfahren. Linn und ihr Motofahrer schafften es, wurden dann aber ein Stück (rennend!) von den Elefanten verfolgt, bis diese in die Wildnis abbogen. Das war aufregend und lustig!

Nach der kurzen Aufregung führten wir unsere Tour fort. Jetzt ging es in die Berge zu der Forge (Schmiede) in Piya (Geburtsort von Präsident Faure). Dort haben wir den Schmieden bei der schweißtreibenden Arbeit zugeschaut und ich durfte beim Feuer fächern helfen. Zurückgefahren sind wir über die Berge, was wunderschön war! Wir hätten noch ewig weiter auf dem Moto die Landschaft genießen können.

Abends sind wir noch einmal zu der Foire (Messe) im Stadion, gegangen und haben durch Zufall Greta, auch Volontärin von CDH, getroffen und uns mit ihr noch hingesetzt. Da Linn und ich aber ziemliche Bauchschmerzen hatten und wir vom Tag müde waren, sind wir früh nach Hause gegangen um uns auszuruhen.

Blick in Innenhof des Kongresszentrums
Am nächsten Tag hatten Linn und ich weiterhin Bauchschmerzen, mich plagte eine Infektion, aber Kati hatte zum Glück noch Medikamente von ihrer letzten Krankheit dabei, die meine Infektion innerhalb von zwei Tagen auslöschten. Es war jetzt schon der 31. Dezember 2016. Wir schauten uns den Neuen Markt von Kara und das Kongresszentrum an (sehr chinesisch eingerichtet). Im Kongresszentrum bekamen wir eine Führung und konnten sogar auf der Bühne des großen Kongresssaals imaginäre Reden halten.

Nachmittags besuchten wir mit Greta die große Kathedrale, in der abends der Präsident Silvester feiern wird. Daraufhin haben wir Greta weggebracht, die weiterreisen wollte und noch zusammen ein Festessen zusammengestellt: wir haben erst Koliko (Yams-Fritten) und Salat gegessen, im Anschluss noch Reis und Bohnen. Das war dann unser kleines Silvesterfestmahl J

Nach einem kurzen Ausruhen im Hotel, haben wir uns auf den Weg in eine Bar gemacht und bei einem Bier eine Vorsatzliste für das Jahr 2016 geschrieben. Um 24 Uhr haben wir dann mit Orangen und Wunderkerzen angestoßen und sind daraufhin zum Kongresszentrum gelaufen, wo es ein Riesenfeuerwerk, eine Riesenbühne, Sänger, Musik, viele Menschen gab. Bevor wir uns auf den Nachhauseweg gemacht haben, haben wir uns noch ein Mitternachtssandwich gegönnt. So haben wir also Silvester gefeiert :P

Am ersten Januar entspannten wir. Mittags haben wir ganz viel Obst gegessen :D (Ananas, Bananen, Mangos, Orangen) und nachmittags sind wir wieder zurück nach Sokodé gefahren. Dort sind wir abends durch die Stadt spaziert.

 
Am nächsten Tag war das Fest „Danse de couteau“ (Messertanz, traditionelles Fest) in Sokodé. Dies fand  hauptsächl. im Stadion, aber auch im Stadtzentrum statt. Nachmittags machten wir uns auf zum Stadion. Schon auf dem Weg dorthin wurden wir dauernd von Messertänzern umringt, was uns sehr unangenehm war, v.a. wenn das kleine Kinder waren. Im Stadion haben wir noch ein Pferderennen gesehen und die Atmosphäre war sehr laut und fröhlich durch die vielen Menschen, die bunten Farben und die Musik.




































Wir erfuhren, dass noch am selben Abend die berühmtesten Sänger Togos „Toofan“ abends im Stadion einen Auftritt hatte, zu dem wir dann auch hingegangen sind. Geplant war dieser um 20 Uhr, Toofan ist mit 5h Verspätung, also um 1 Uhr gekommen :D Der Veranstalter wusste sich aber zu helfen und organisierte kurzfristig andere Sänger und Tänzer, sowie kleine Tanzwettbewerbe, um das Publikum zu unterhalten, was auch gelang. Es war sehr lustig und eine gute Stimmung, die allerdings nichts gegen die Wahnsinnsstimmu g war als Toofan dann endlich gekommen ist. Das war wie bei einem Konzert in Europa. Alle kannten die Lieder komplet auswendig und haben kräftig mitgesungen und Toofan wusste eindeutig wie man gute Stimmung macht und v.a. wie man gut tanzt.

Auf der Rückfahrt zum Hotel konnten wir wieder zu dritt ein Mototaxi nehmen und haben aufgrund unserer guten Laune einen kleinen „Motokorso“ gemacht, was sehr lustig war (der Fahrer fand´s nicht so lustig :/

Am nächsten Morgen sind wir um  5h auf einen Hügel hinter unserem Hotel geklettert. Leider bekamen wir nur einen mäßigen Sonnenaufgang zu sehen, der Ausblick war aber trotzdem schön. Mittags ging es dann zurück nach Kpalimé. Die Rückreise dauerte 9h! (statt üblicher 5h), dank fünf Autowechseln obwohl wir keine Panne hatten. Die Fahrt war zudem sehr unbequem und wir konnten so gut wie gar nicht schlafen. Gegen 20 Uhr kamen wir dann todmüde in Kpalimé an. Ich konnte nicht direkt nach Hause gehen, da meine Familie Silvester nachfeierte und ausgegangen war. Ich habe dann noch bei Charles gewartet und bin mit ihm Komme (eine Art Pate, mein Lieblingsessen!) essen gegangen :D

So, das war sie also unsere erste längere Reise in den Norden Togos J

 

 


 

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Donnerstag, 19. November 2015

16-11-2015
So, jetzt kommt mal wieder ein Post von mir, diesmal leider ohne Fotos, weil die Internetverbindung hier im Moment sehr schlecht ist und das ewig dauern würde :P Hole ich aber noch nach! :)
Projekt
Die Woche darauf fing dann endlich die Schule an und somit auch unsere Projekte. Mein erster Arbeitstag war im „Collège Protestant“, das glücklicherweise direkt neben unserem Haus ist. Dort arbeitet seit einem halben Jahr Lukas, auch Freiwilliger aus Deutschland, den ich schon vor dem Projektbeginn kannte und der mir in den ersten Wochen alles zeigte. So lernte ich schon die Blindenschrift Braille, sowie die Arbeit mit den Schreibmaschinen und dem Computer. Auf diesem ist ein Programm installiert, das Word-Dokumente in Braille umwandelt, was für unsere Arbeit sehr genial ist. Der dazugehörige Drucker erleichtert zudem unsere Arbeit. Unsere Arbeit besteht darin, Klausuren zu übersetzen, Bücher und andere Dokumente in Braille auszudrucken und den Blinden Nachhilfe zu geben, sowie diesen bei Problemen jeglicher Art zu helfen. Ich arbeitete die ersten 4/5 Wochen im Collège Protestant, um dann ins Collège Polyvalent zu wechseln, eine weiter Schule, in der Blinde in den Unterricht integriert werden. In den ersten Wochen lernten wir auch Jean-Luc kennen, der für einige Wochen aus Frankreich nach Togo als Volontär gekommen ist. Da er in Frankreich viele Jahre mit Blinden gearbeitet hat, war er uns eine Riesenhilfe und er brachte sehr viele neue Ideen mit. So bringt er den Blinden das richtige Führen des Blindenstocks bei, arrangierte, dass wir einen Plan des Schulgeländes für Blinde bastelten, fuhr mit einigen bereits ins Krankenhaus um Sehtests zu machen und anschließend Brillen zu kaufen. Zudem motivierte er uns auch, Ideen nicht aufzugeben und zeigte uns wie schnell man mit einfachen Mitteln sehr viel ändern kann.
Am 14. Oktober sollte ich dann eigentlich im Collège Polyvalent anfangen. Leider war ich mal wieder krank (zwei Wochen vorher hatte ich schon zweimal Malaria und eine Infektion) und nachdem ich im Krankenhaus auf Malaria getestet wurde, fiel das Ergebnis, oh Wunder!, positiv aus. Die Mücken scheinen mich hier also sehr zu mögen. Da ich eine Woche später noch ein zweites Mal Malaria hatte, verbrachte ich letztendlich fast drei Wochen zu Hause und mir ging es nicht so super. Man muss allerdings sagen, dass Malaria generell meistens sehr unspektakulär verläuft.
Als es mir dann wieder einigermaßen gut ging, konnte ich dann auch endlich im Collège Polyvalent anfangen. Dort bekam ich einen Platz im Lehrerzimmer und direkt schon Texte zum Übersetzen. In der ersten Woche schaute ich mir das Schulgelände an, lernte die sechs Blinden der Schule, sowie einige Lehrer kennen, machte schon mal einen Plan des Geländes und redete mit dem Direktor über meinen Wunsch, die Blinden in den Sportunterricht zu integrieren (bis jetzt dürfen sie nicht mitmachen). Das Gespräch verlief sehr positiv und so freue ich mich schon auf die Umsetzung.  Nachmittags lernte ich die Wohnung der Blinden kennen und gab ihnen das erste Mal Englisch-Nachhilfe. Bis jetzt bin ich sehr glücklich, da wir uns super verstehen und schon sehr viele gemeinsame Interessen entdeckt haben. So wollen wir gemeinsam Musik machen, Fußball spielen, ich möchte deren Kirche kennen lernen (sie gehen zusammen in eine baptistische Kirche). Was mich zudem sehr gefreut hat, war das Kennenlernen einiger sehr motivierter Lehrer. So zeigte der Französischlehrer Interesse, Braille zu lernen, damit er selbst besser mit den Blinden arbeiten kann und der Musiklehrer, der ein Klavier zu Hause hat, was hier sehr selten ist, ist bereit, die Blinden auch auf dem Klavier spielen zu lassen. Das hört sich jetzt vielleicht alles nicht so besonders an, da es in Deutschland selbstverständlich ist, dass Blinde zahlreiche Aktivitäten machen können. Hier ist das aber leider nicht so selbstverständlich und die Blinden verbringen ihre Freizeit größtenteils zu Hause.
Das war der Stand vor zwei Wochen. Mittlerweile hat sich schon einiges weiterentwickelt. Erst kürzlich haben wir gemeinsam Musik gemacht und ich stand vor der Herausforderung, den Blinden Flöte beizubringen, ohne ihnen dies visuell zeigen zu können. Sie waren aber auf jeden Fall sehr begeistert und ich muss auch sagen sehr talentiert. Wovon ich auch sehr begeistert bin, ist der Chor, den die Schüler gegründet haben. Sie trainieren einmal pro Woche und singen entweder in der Schule oder in der Kirche im Gottesdienst vor. Die Baptisten-Kirche habe ich letzten Sonntag kennen gelernt. Dort wurde sehr viel gesungen und Musik gemacht, was mir super gefallen hat und sehr viel gebetet, womit ich nicht so viel anfangen konnte. Es war auf jeden Fall sehr interessant. Davor die Woche war ich mit zwei meiner Schüler Fußballspielen. Das wurde zu einem sehr lustigen Erlebnis, da wir leider keinen Blindenfußball hatten :D Ich bin aber dabei, nach Sponsoren/Partnerorganisationen zu suchen, damit man diesen finanzieren kann. Zudem fehlt es hier wie so oft an allen Ecken an finanziellen Mitteln, um nötiges Unterrichtsmaterial, Sportklamotten (momentan könnten einige von ihnen nur in Flip Flops und Jeans trainieren) und auch Blindenstöcke oder andere wichtige Alltagsgegenstände zu finanzieren. Diese Woche möchte ich mit meinem kleinen Sportprojekt beginnen. Ursprünglich wollte ich meine Schüler direkt beim Sportunterricht ihrer Klasse mitmachen lassen. Jetzt habe ich aber mit ihnen selbst abgesprochen, dass wir erst einmal unter uns einmal pro Woche außerhalb der Schule Sportunterricht machen und sie dann in einigen Wochen, wenn sie ein wenig dafür sensibilisiert sind, am Schulsport teilhaben zu lassen. Ich freue mich schon riesig auf diese Arbeit.
Des Weiteren werde ich jetzt für interessierte LehrerInnen einen Braille-Kurs anbieten, damit fange ich in ein/zwei Wochen an.
Unternehmungen
In den letzten Wochen war ich an zwei Wochenenden in Lomé. Das erste Mal sind wir Volontäre alle zusammen zu Freunden gefahren, die uns sehr nett empfangen und die auch das ganze Wochenendprogramm mit uns gestaltet haben. Freitags kamen wir spät an, sodass nur noch Zeit für einen kleinen Spaziergang zu einer Bar in dem Viertel blieb. Samstags bereiteten wir vormittags unser Picknick vor (Koliko, Pommes, Tomatensauce, frittierte Bananen :D).
Mittags ging es dann erstmal zum großen Markt von Lomé, danach zum Stadion, zum „Place de l´Indépendance“ (Platz der Unabhängigkeit) und schließlich zum Strand, wo wir unser Picknick auspackten und uns richtig wie im Urlaub fühlen konnten. Abends ging es noch in eine Pizzeria/Bar, in der wir Pizza/Eis aßen und es uns nochmal gut gehen ließen.
Sonntags ging es dann noch nach Aneho, direkt an die Grenze zu Benin. Dort verbrachten wir wieder sehr viel Zeit am Meer.
Das andere Wochenende wurden wir zur Botschaftsfeier anlässlich des Tags der deutschen Einheit nach Lomé eingeladen. Linn, Kati, Siemke und ich verbrachten das Wochenende wieder bei einem Freund und verbrachten sehr sehr viel Zeit am und im Meer, da das uns super glücklich machte. Auf der Botschaftsfeier fühlte man sich fast wie in einem Traum, weil die Atmosphäre irgendwie überhaupt nicht nach Togo passte und mir kam das sehr unwirklich vor. Es gab ganz viel deutsches Essen, kostenlose Getränke, die Leute waren größtenteils sehr schick angezogen und den Abend über spielte sogar eine Band „life“ Lieder aller Art.
An einem anderen Wochenende besuchten Kati, Linn und ich mit einem Freund seine Familie in Amouzoukupé, einem kleinen Dorf zwischen Kpalimé und Lomé. Dort wurden wir, wie es die Togolesen so an sich haben, super nett empfangen und aßen mittags gemeinsam Foufou. Wir waren auf einem Spaziergang total begeistert von den Reispflanzen sowie den Affenbrotbäumen, die wir das erste Mal in unserem Leben sahen.
Alltag

Insgesamt fühle ich mich hier richtig wohl. Ich habe schon einige gute Freunde gefunden, verstehe mich super mit meinen Geschwistern und habe immer ein ausgewogenes Freizeitprogramm. So spiele ich mittlerweile regelmäßig Volleyball, Fußball (mein Knie macht fast keine Probleme mehr dank einer Wundersalbe von einem Freund), singe neuerdings auch in einem Kirchenchor und möchte bald anfangen, Trommeln zu lernen. Zudem ist das Essen hier unglaublich lecker, das Wetter ist meistens (wenn es nicht gerade in Strömen regnet und die Straßen zu Flüssen werden) super und durch die herzliche togolesische Art kann man sich hier nur wohlfühlen. 

Sonntag, 1. November 2015

Da ich im Moment keine Zeit habe, einen weiteren Blogeintrag zu schreiben, schicke ich euch erstmal nur ein paar Fotos ;) Sind leider größtenteils unscharf :/
Dieser wunderschöne Fluss ist fast direkt hinter unserem Haus

Meine Schwester Emanuela und ich am Fluss 


(hinten: Linn; Mitte v.l.::Gregor (Freund von meinem Bruder), mein Bruder Joel, ich; vorne: Emanuela)



Donnerstag, 8. Oktober 2015

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich meinen Blogeintrag zu dem Projekt "Sport pour tous" noch gar nicht gepostet habe. Der kommt jetzt leider etwas verspätet :)
29-08-2015, Projekt „Sport pour tous“
Das Projekt, in dem wir die letzten drei Wochen gearbeitet haben, hatte zum Ziel den Bau eines zweiten Volleyballfeldes und das Lernen des Volleyballspiels. Somit sollen hier in Kpalimé noch mehr Jugendliche die Möglichkeit haben regelmäßig Volleyballtraining zu erhalten. Momentan kollidieren nämlich noch die Trainingszeiten der Mädchen und Jungs, was v.a. für die Vorbereitung auf die Meisterschaft in Lomé nachteilig ist.

alle Volontäre in einer selbst ausgehobenen Grube
So arbeiteten wir vormittags immer am Bau des Volleyballfeldes, mit Hacken, Schaufeln und Schubkarren, und nachmittags hatten wir Volleyballtraining. An einigen Nachmittagen wurden uns traditionelle togolesische Spiele beigebracht. Zwischendurch haben wir auch sehr oft Lieder, Spiele und Tänze ausgetauscht. Am Freitag wurde das Projekt dann mit einigen Worten von wichtigen Leuten vorläufig beendet. Da das Feld leider noch nicht fertiggestellt werden konnte, wird es noch einige Arbeitstage geben. Letzten Endes waren wir alle sehr zufrieden mit dem Projekt und wir haben dadurch schon einige Freunde gefunden. Der Volleyballtrainer war so begeistert von uns, dass er uns zum regelmäßigen Training der Volleyballvereine hier eingeladen hat. Dort werden wir jetzt auch jeden Samstag gehen. :D

Hier halte ich am Ende des Camps meine "tolle" Rede :D 
Mein Team bei einem kleinen Volleballturnier

Donnerstag, 1. Oktober 2015

01-10-2015
Gastfamilie
Hallo mal wieder! Am 30. August bin ich endlich in meine Gastfamilie gekommen. Ich habe einen kleinen Bruder (Joel, 12 Jahre) und eine kleine Schwester (Emanuela, 6 Jahre). Meine ganze  Familie ist super nett und v.a. mit meinen Geschwistern komme ich sehr gut klar. Im Hof haben wir Ziegen, Hühner und einen Wachhund, den man allerdings nur nachts zu Gesicht bekommt. Meine Mama (Lydia) ist Schneiderin und hat ihr Atelier direkt vor unserem Haus (wir wohnen an einer relativ großen Straße). Außerdem verkaufen wir im Hof noch Sodabi (der Ingwer-Sodabi ist sehr zu empfehlen :P). Mein Papa muss öfter verreisen. Joel und ich kehren morgens um sechs jeden Tag den Hof und das Wohnzimmer und sonst helfe ich beim Abwasch und ab und zu auch beim Kochen. Seit ich mich bei meiner Ankunft in der Familie auch mit meinem Ewe-Namen Akosiwa (je nachdem an welchem Wochentag man geboren ist, hat man noch einen Zweitnamen auf Ewe) vorgestellt habe, nennt mich mein Papa auch immer so, was ich sehr lustig finde :D Mittags sitze ich oft mit Joel und Emanuela vor Lydias Atelier und lese oder lerne Ewe und ansonsten guckt man hier sehr oft (v.a. abends) zusammen Fernseh, wobei wir dabei auch oft reden oder ich meine Dehnübungen mache. Außerdem gehe ich mittlerweile sehr oft mit Joel und Emanuela spazieren, was wir drei sehr gerne mögen. Meistens spazieren wir zu dem wunderschönen kleinen Fluss hinter unserem Haus. Emanuela pflückt dabei immer fleißig Blumen für mich.

Ewe
In den vorletzten zwei Wochen hatten wir vormittags einen Ewe-Sprachkurs, der uns sehr viel Spaß gemacht hat und in dem wir lernten, wie man sich begrüßt und auch die Sprache schon viel besser verstehen. Das Schwierige bleibt jetzt, dran zu bleiben und immer weiter zu lernen.

Fußball
In der ersten Woche in der Gastfamilie habe ich über meinen Bruder auch Charles kennen gelernt, der neben uns seinen Friseursalon hat. Mit ihm bin ich schon öfter mit zum Fußballtraining bei uns um die Ecke(wir wohnen sehr nah an mehreren Sportanlagen :D) gegangen und wir sind mittlerweile sehr gut befreundet und ich bin Fanclub-Präsidentin beim Olympique AC, dem besten Fußballclub von Kpalimé! :P Wenn meine Knieverletzung verheilt ist, werde ich wieder selbst Fußballspielen.

Film

Letzte Woche haben wir in der Krippe von „Campagne Des Hommes“ gearbeitet. Wir haben die Wände bunt bemalt und den Hof aufgeräumt.
















Linn und ich sind hier übrigens zu Schauspielerinnen mutiert. In Kpalimé wird momentan ein Film gedreht und das Training findet bei mir um die Ecke statt. Joel und Emanuela wollten dort unbedingt zugucken, ich bin also mit den beiden dort hingegangen. Von den Schauspielern wurden wir sehr nett empfangen und ich wurde direkt überredet bei kleinen Improvisationsübungen mitzumachen und letztendlich gefragt, ob ich nicht zwei Szenen im Film übernehmen könnte (für diese Szenen wird ein „Yovo“ gebraucht). Ich habe zugesagt und zum nächsten Training Linn mitgebracht, die vorher tausendmal gesagt hat, dass sie NUR zugucken wird, aber Togolesen haben großes Überredungstalent und so spielt Linn jetzt auch in dem Film mit ^_^
Donnerstag vor einer Woche wurden wir beide schon ins Hotel "30 aout" bestellt, ein sehr nobles Hotel hier in Kpalimé. Nach zwei Stunden warten und Zuschauen waren wir dann an der Reihe. Für unsere Szenen wurde ein Hotelzimmer in ein Büro umgewandelt und wir drehten letztendlich 1,5h lang und waren danach total fertig, weil das richtig anstrengend war. Die Dreharbeiten werden diese Woche abgeschlossen und in ca. drei Monaten wird dann der Film publiziert. Er soll auf Ewe, Französisch und Englisch erhältlich sein. Wir sind sehr gespannt...
Projektbeginn
Diese Woche haben wir alle endlich in unseren Projekten angefangen (außer Kati, sie arbeitet schon seit zwei Wochen, da sie nicht in einer Schule arbeitet). Ich habe erstmal in der Hauptstelle von meiner Schule gearbeitet (es gibt zwei in Kpalimé). Dort wurde ich von Lukas (ist hier seit einem halben Jahr Volontär) in die Arbeit und vor allem die Blindenschrift eingewiesen. Ich kann jetzt schon ein bisschen lesen und mit der Schreibmaschine schreiben. Ansonsten wird meine Arbeit sein, vormittags Arbeitsmaterial so in den Computer einzugeben, dass es mit einem Computerprogramm in Braille konvertiert und schließlich ausgedruckt werden kann (in der Hauptstelle gibt es einen richtig guten Drucker dafür). Nachmittags werde ich dann den Blinden Nachhilfe, vorraussichtlich in Englisch und Deutsch, geben. Beide Schulen sind nämlich keine Blindenschulen, sondern so eine Art inklusive Schulen, wobei der Unterricht leider nicht auf Blinde abgestimmt wird (Lehrer schreiben an die Tafel, ...). Wir Volontäre helfen dann den Blinden, im Unterricht mitzukommen und den Stoff nachzuholen. Das waren erstmal die Neuigkeiten der letzten Wochen. Bis bald und viele Grüße aus Kpalimé!!! :D

Mittwoch, 2. September 2015

Sonntag, 16. August
6:30 Uhr, Beginn des Gottesdienstes. Noch etwas verschlafen setzen wir uns in die Kathedrale, Greta ist spontan auch noch mitgekommen. Der Gottesdienst wird durch ein wunderschönes Lied des Kirchenchors eingeleitet, der draußen zu singen beginnt, dabei um die Kirche läuft und schließlich singend eintritt und durch den Mittelgang einläuft. Die Atmosphäre war unglaublich schön. Der Gottesdienst generell war auf Ewe, was uns aber nichts ausmachte, da wir dem Ablauf trotzdem sehr gut folgen konnten und sehr viele schöne Lieder gesungen wurden. Dabei war z.B. auch „Oh du Fröhliche“ auf Ewe, was wir begeistert (auf Deutsch) mitsangen. Nach dem Gottesdienst kehrten wir gut gelaunt und sehr entspannt heim.
Tagsüber testeten Linn und ich unsere Malsteine aus, indem wir uns gegenseitig unsere Gesichter verschönerten. Abends ging es dann auf zu unserem nächsten Ausflugsziel: nach Womé. Dorthin fuhren wir teils mit Moto, teils mit einem mehr oder weniger funktionstüchtigen Auto. Nach unserer Ankunft und längerem Warten richteten wir erstmal unser Nachtlager ein, um daraufhin bei einem Freund von Antoine ein zweites Abendessen einzunehmen und mit Sodabi anzustoßen. Gut gelaunt ging es weiter zu einem großen Feld mit Bühne. Hier fand das große Festival von Womé statt (einmal im Jahr). Das Spektakel war super spannend und toll. Uns wurde tolle afrikanische Musik, Tanz, Akrobatik und Zauberkunst geboten.

Montag, 17.August- Kaskade (Wasserfall)                
Am nächsten Tag ging es zum Wasserfall bei Womé. Da wir erst mittags losmussten, besichtigten wir vormittags noch ein Schloss in Womé, sowie das Fußballstadion. Das Stadion durften wir sogar von innen besichtigen und den schönen Naturrasen durften wir auch betreten.
Mittags machten wir uns dann auf den Weg zum Wasserfall. Da es an dem Tag sehr heiß war, freuten wir uns riesig auf eine Abkühlung unter dem Wasserfall. Wir wurden auch kein bisschen enttäuscht. Der Wasserfall liegt richtig schön mitten im Wald. Nachdem wir alle lange genug im Wasser getobt haben, kam als Überraschung unser Küchenteam mit frisch zubereitetem Couscous und Tomatensoße vorbei. Den Rückweg fuhren wir alle zusammen mit dem Auto nach Hause. Hier brachen wir unseren bisherigen Rekord im Beladen von Autos. Wir fuhren mit 33 Personen in einem Kleinbus (10 davon auf dem Dach) :D Hier ein paar Bilder:




Darauf die Woche, habe ich bei der Schneiderin meine Stoffe abgeholt. Ich habe mir einen Jumpsuit und eine ¾-Hose schneidern lassen und beides ist richtig toll geworden!

In der letzten Woche haben wir mit Terrow Batik gemacht und sehr schöne Stoffe gefärbt. Am Freitag haben David (war ein Jahr in Deutschland) und sein Bruder William uns zum Kokosnussessen zu sich nach Hause eingeladen. Danach haben sie uns eine kleine Kokosnussplantage in der Nähe gezeigt, bei der wir sogar auf die Palmen klettern durften.

Samstag, 15. August- Mt Kloto
Unser erster richtiger Ausflug. Mit dem Moto ging es für uns erstmal zum Treffpunkt am Fuß des Berges. Dort trafen wir unseren Guide Gérome und noch andere Togolesen (auch Freiwillige im Projekt „Sport pour tous“). Nach ein paar Metern Fußmarsch, machten wir schon unseren ersten Halt. Gérome zeigte uns verschiedene Bananenbäume und erklärte deren Unterschiede. Daraufhin zeigte er uns einen anderen Baum, der sehr interessante rote Früchte trägt. Das Beste daran: öffnet man diese, sind sie die perfekte Schminke. In der Kosmetikindustrie wird daraus Lippenstift hergestellt. Begeistert durften wir uns alle mit der roten Naturfarbe bemalen :D
Nach der kurzen Schminkeinheit ging es weiter in den Wald hinein und zu den ersten Kakaobäumen. Dort durften wir frische Kakaobohnen kosten. Diese schmecken noch ganz anders als letztendlich der Kakao. Man lutscht sie wie Bonbons und sie schmecken ein bisschen nach Mango. Auf dem weiteren Weg lernten wir weitere Bäume, Pflanzen und Früchte mit allen Sinnen kennen. Dabei waren u.a. Beeren, die nach Anis schmecken und Rinde, die einen sehr bitteren Geschmack hat. Nach c.a. einer Stunde Fußmarsch kamen wir bei unserem ersten Etappenziel, dem deutschen Militärfriedhof, an. Jérome erzählte uns, wie beim Seminar schon Laurent, wie die Deutschen nach Togo kamen, was sie alles gemacht haben und was es speziell mit dem Friedhof auf sich hat. In der Nähe des Friedhofs befand sich ein großes Haus mit wunderschönem Ausblick, welches zur Zeit der deutschen „Schutzherrschaft“ die Residenz eines deutschen Offiziers war.
 Durch die zahlreichen Eindrücke und die wunderschöne Naturlandschaft merkten wir kaum die Anstrengung, den Berg hochzuwandern. Ein/zwei Kilometer vor unserem Ziel, einem kleinen Bergplateau, machten wir Rast bei einem Restaurant. Dort wurden wir nett bewirtet und konnten alle nochmal Kraft tanken. Nach dem Essen, wurden uns von einem Einheimischen weitere Naturfarben gezeigt. So lernten wir, wie man aus Blättern, Früchten und Steine sehr schöne Farben herstellen kann und tolle Bilder malen kann.
Das letzte Stück zum Bergplateau meisterten wir sehr schnell, da wir sehr gespannt auf den Ausblick waren, der uns dort erwarten würde. Oben angekommen, wurden wir nicht enttäuscht. Dort konnten wir einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Berge, Dörfer und Wälder genießen. Der Ausblick reichte sogar bis nach Ghana. Um möglichst viel von der schönen Aussicht mitzunehmen, legten wir eine längere Pause ein. In dieser hatten Linn und ich die Gelegenheit, das erste Mal „Sodabi“ (hier in Togo gebrannter Schnaps)zu kosten, den Alexis uns ausgab.            Alexis ist übrigens extra für das Projekt aus der Elfenbeinküste angereist.

Kurz darauf entdeckten Linn und ich, dass die Steine auf dem Boden des Plateaus, genau die Steine waren, mit denen man malen kann. Linn verpasste mir damit direkt einen schönen goldenen Lidschatten. Zudem sammelten wir uns noch ein paar Steine, um damit zu Hause weiterzumalen. Der Rückweg ging schnell vorbei, da wir den Großteil mit Motos nach Hause fuhren. Am Abend fielen wir alle todmüde ins Bett, vorher beschlossen Linn, Kati und ich aber noch, am nächsten Morgen die Messe der Kathedrale bei uns in der Nähe zu besuchen.

Gruppenfoto auf dem Bergplateau