Montag, 12. September 2016

Noch mehr Fotos ;)

Fenja und ich vor der abfahrt nach Lomé
mal ein typisches Bild von
 einem Bus in Togo

beim Essen auf togolesische Art in unserem
Wohnzimmer :D

Sonntag, 11. September 2016

Fotos
hier noch ein paar Fotos, unabhängig von den letzten Blogeinträgen ;)


Fenja, Linn und ich haben ein altes Schrottauto gefunden
und direkt ein kleines "Fotoshooting"
genacht :P


nochmal ein kurzer Eindruck vom
Haus meiner Gastfamilie

mit meiner Gastschwester Emmanuela im Regen

Sniper sticht Linn ihr Tattoo nach

 11-09-2016

Hallihallo, ich möchte mal wieder aus meinem Alltag ein wenig berichten. Es ist nämlich einiges passiert in letzter Zeit und wir haben Ferien. D.h. vier Monate keine Schule! Das ist echt unglaublich hier. Das erklärt meiner Meinung nach zum Teil die Abiturergebnisse. In Togo haben von allen Abiturienten nur 40 % bestanden!!! Zudem ist es sehr selten, dass ein Schüler kein einziges Mal in seiner Schullaufbahn ein Jahr wiederholen muss. Es ist fast schon normal zwei oder dreimal zu wiederholen.
Wir haben somit auf jeden Fall viel Zeit. Linn und ich sind jetzt umgezogen! :D :D :D :D :D
Wir leben jetzt in unserer Wohnung in einem Gemeinschaftshof. D.h. wir teilen uns den Hof, den Wasseranschluss, Toilette und Dusche mit anderen Familien. Unsere Nachbarn sind sehr nett und angenehme „Mitbewohner“. Wir kochen jetzt immer selbst mit unserem Feueröfchen, holen Wasser vom  Brunnen (was mittlerweile dank Regenzeit nicht mehr nötig ist. Die Tonne wird einfach bei Regen rausgestellt J ) und können ganz unabhängig unseren Alltag gestalten. Wir haben schon oft Freunde zum Kochen eingeladen und müssen uns nicht mehr nur zu unseren Freunden nach Hause einladen. Wir sind superglücklich mit unserer Wohnung und genießen den kleinen neuen Lebensabschnitt, unsere letzte Zeit in Togo.
voilà Linn´s Malkünste, an unserer Wand

Linn und ich trommeln und haben Spaß

Linn und ich beim Fufu-Stampfen

Small Djo und Antoine stampfen bei uns Fufu

Linn und ich in unserem Wohnzinmer

so wird man begrüßt, wenn man unsere Wohnung betritt

unser erstes selbstgekochtes Essen: Pâte mit Baobab-Soße

unsere Wohnung von außen

Linn beim Maiskochen

Andrim hat mit uns Bohnen-Galettes gekocht

ganz am Anfang: Linn und Andrim in unseren
einzigartigen Reifen-Sesseln vor der noch
leeren Wand


Viel Zeit alleine in unserer Wohnung haben wir noch gar nicht verbracht. Die erste Woche hatten wir Besuch von Greta und Azim. Greta war das erste halbe Jahr mit uns in Togo. Sie ist österreichische Freiwillige. Azim ist ihr togolesischer Freund aus Sokodé. Es war eine sehr schöne Zeit mit den beiden, sie haben einen Großteil zu unserer Wohnzimmerdekoration beigetragen (Bilder an der Wand, Pflanzen).
Nach den beiden kamen die zwei Halbschwestern von Linn Toia und Luci für zwei Wochen zu uns. Das war richtig toll. Mit dem gleichen Flug kam auch Fenja´s Mutter Nicole. Wir zeigten ihnen Kpalimé und Umgebung, die togolesische Küche und unser Leben hier und hatten viel Spaß miteinander. Am Ende verbrachten wir alle noch zwei Tage am Strand in Lomé bevor es zum Flughafen ging. Dort konnten wir nochmal richtig entspannen.

märchenhafte Natur

schönes Gruppenbild vor verregneter Landschaft
auf dem Mont Kloto

Linn, Luci, ich und Toia

in action 
alle zusammen in Lomé am Strand,
glücklich und zufrieden mit Kokosnüssen :D


ein gemütlicher Morgen bei Michael, einem
Entwicklungshelfer in Kpalimé


Was kann ich noch zu unseren Ferien sagen? Wir machen gerade eine Pause, was den Trommel- und Balafonunterricht betrifft, da unser Balafonlehrer zu seiner Frau nach Deutschland gegangen ist. Wir sind jetzt auf der Suche nach einem neuen Lehrer.
Was Sport betrifft, mache ich auch nicht sehr viel, da meine Schmerzen (vermutlich in den Nerven) mich daran hindern. Zudem finde ich nicht die Zeit. Ich habe sehr viel Zeit mit meinen Schülern in Kpalimé, sowie Lomé verbracht, um für die Assoziation zu arbeiten und habe mehrere Krankenhäuser abgeklappert, um meinen Schmerzen auf den Grund zu gehen. Zudem muss jetzt auch noch mein Herz untersucht werden aufgrund unregelmäßigen Schlagens. Mein Körper macht also einige Probleme, dafür bin ich aber weiterhin sehr selten krank.
in der Boutique


Linn und ich verbringen seit Ferienbeginn sehr viel Zeit in der Boutique von Antoine, Sky und Small Djo, sehr guten Freunden von uns. Das ist immer sehr schön. Wenn wir in der Stadt etwas zu erledigen haben und eine Pause brauchen, können wir uns zu ihnen setzen und das Stadtgeschehen beobachten. Oder wir spielen Avalé, ein traditionelles Spiel.
Blick aus der Boutique auf die Hauptstraße von Kpalimé,
bei Regen!




Ichane (Spielerin, die wie ich in Kpalimé wohnt) und ich
Stadion :D
die Mädels beim Aufwärmen
mein Team auf dem Platz


Mit meinem Fußballteam aus Lomé spielen wir jetzt bei einer Meisterschaft mit. Das Eröffnungsspiel war im großen Stadion in Lomé, in dem es den einzigen Kunstrasen in ganz Togo gibt. Leider durfte ich nicht spielen, da der togolesische Fußballverband Probleme mit der Spielerlaubnis machte. Da ich in Deutschland schon in einem Verein spiele, bräuchte ich eine internationale Spielerlaubnis, um hier bei offiziellen Turnieren und Spielen spielen zu können. Wir hoffen jetzt, dass es für die nächsten Spiele klappt, sofern ich überhaupt spielen kann mit meinen Verletzungen.

Freitag, 9. September 2016

29-07-16 III

So, jetzt erzähl ich euch noch von unserem Aufenthalt in Kara. Wir hatten dort mit mehreren Freiwilligen für einen Monat ein Zimmer gemietet, da das wesentlich billiger ist als in einer Pension zu übernachten. Ich war dort mit Linn, Fenja, Lotti, Lisa (eine Freiwillige von einer anderen Organisation) und Johanna (französische Freiwillige). Die anderen hatten sich schon die Vorrunde von Evala angeschaut, was wesentlich spannender als das Finale gewesen sein sollte. Das Finale war an einem sehr verregneten Samstag, was uns aber nicht davon abhielt, dorthin zu fahren. Das Gelände war riesig und es gab massenweise Essen- und Werbestände von den Mobilfunknetzen, die immer überall, wo es möglich ist, Werbung machen, und von Joghurtmarken, Handyanbietern, etc.
Fenja und ich schlenderten vor Beginn des Finales über das Gelände und setzten uns auch ein Weilchen zum Essen an einen Stand. Das stellte sich als unser großes Pech heraus, denn dort wurde Fenjas Tasche mit ihrem Handy und ihrem Portemonnaie geklaut. Wir machten uns direkt auf die Suche, liefen an mehrere Werbestände, machten einen Aufruf über das Mikro und sprachen mit den Polizisten und Security-Mans. Aber keine Chance, in so einem Trubel eine Tasche wieder zu finden… Das war leider kein sehr schönes Erlebnis. Wir schauten uns dennoch den finalen Kampf an, was wir allerdings nicht sehr genossen durch den unangenehmen Zwischenfall, den Regen und die Kälte. Außerdem war es nicht allzu spannend :P Abends setzten wir uns noch in eine Bar und so endete auch schon unser Wochenende in Kara.


29-07-16 II
Wovon möchte ich euch noch erzählen? Von meiner kleinen Reise in den Norden mit ganz verschiedenen Etappen…
Ziel meiner Reise war das traditionelle Fest Evala in Kara. Dieses Fest ist eher eine Meisterschaft einer traditionellen Kampfsportart, die zwischen mehreren Dörfern ausgetragen wird. Da mich Kampfsport nicht so sehr interessiert, fuhr ich nur für das Finale nach Kara.



Sesamfeld *
Das für mich interessantere waren meine Etappen auf dem Hin- und Rückweg. Auf dem Weg nach Kara, machte ich Halt in Kpalongo, dem Dorf eines meiner Schüler. Dort blieb ich für 3 Tage und es lohnte sich. Das war eines meiner schönsten Erlebnisse hier, wenn auch sehr unspektakulär. Ich bekam das erste Mal das richtige Dorfleben mit und lernte viel über Landwirtschaft und den Anbau von Mais, Soja, Erdnüssen, Hirse, … 



Sesamfrucht geöffnet -> Sesamsamen *
Die Sesampflanze und -frucht (kürbisähnlich) *
Célestin, der Schüler, spazierte sehr viel mit mir durch das Dorf und die Felder, um mir alles zu zeigen. Ich lernte seine ganze Familie kennen und konnte die Arbeit auf dem Feld beobachten. Ich fand es sehr beeindruckend, wie lange v.a. die Männer, aber auch Frauen, auf dem Feld arbeiteten. Sie machten sich frühmorgens auf den Weg und kamen erst in der Abenddämmerung wieder zurück. Und so etwas wie Ruhetage kennt man nicht. 























meine selbst geerntete Erdnusspflanze
(wachsen unter der Erde wie der Name sagt)



















Célestin und ich beim Tchouk-Trinken (aus der Kalabasse)


















Von den Dorfleuten wurde ich jedes Mal auf´s Neue sehr nett empfangen. Mir wurde unglaublich viel Tchouk (Hirsebier) und Soja, sowie Erdnüsse angeboten. Das wurde teilweise sehr anstrengend, da dort Tchouk wie Wasser getrunken wird, was ich allerdings nicht gewohnt bin. Und ablehnen, was einem angeboten wird, geht nicht :P naja, so drehte sich teilweise die Welt ein bisschen…



in der "Tchoukbar" ist immer viel los

im Hof von der Familie von Célestin
































Das zu meiner ersten Etappe. Die zweite Etappe machte ich auf dem Rückweg von Kara. Ich machte wieder Halt im Dorf eines Schülers. Linn begleitete mich. Das Dorf Andrimkopé (nach dem Familiennamen Andrim meines Schülers benannt) liegt weiter im Norden und ist sehr muslimisch geprägt, sowie viel kleiner als Kpalongo. Dort lief der Empfang schon ganz anders ab. Die Dorfbewohner begutachteten uns eher verschüchtert und wir hatten in den ersten Stunden ständig eine Schar von ca. zwanzig Kindern um uns herum, die uns neugierig beobachteten. Hier spazierten wir nicht so viel herum, da einmal die Zeit nicht reichte und es etwas komplizierter gewesen wäre, da Andrim vollständig blind ist und die anderen Dorfbewohner auf dem Feld arbeiten mussten (Célestin hat nur eine leichte Sehbehinderung). Wir verbrachten aber trotzdem eine schöne Zeit dort. V.a. der Abend war wunderschön. Wir saßen um die Feuerstelle mit der Schwester von Andrim´s Bruder, die alle bekochte und ein paar Kindern und genossen den ruhigen Abend. Später fingen Linn und ich an, mit Andrim zusammen einige Lieder zu singen. Am nächsten Morgen begleiteten wir Andrim´s Schwestern noch auf´s Feld, um einige Maiskolben zu ernten, die Linn und ich nach Hause nehmen durften und dann ging es für uns auch schon wieder zurück.

 
Andrim, Linn und ich :)

Gruppenfoto mit den Kindern von der Frau von Andrims Bruder (r.)
29-07-16
Es gibt schon wieder viele viele Neuigkeiten, gerade passiert so viel ! Ich muss euch also unbedingt mehr erzählen, jetzt in den Ferien habe ich auch endlich ein bisschen mehr Zeit zum Schreiben :D
Erstmal zum Fest des Ramadans:
Das war ein Fest! Ich plante dies komplett mit Ahmed und Djibril. Unser Plan war, morgens zum riesigen Gebet auf einem Hügel in Kpalimé zu gehen, zu dem fast alle Muslime aus Kpalimé gehen. Danach planten wir bei Ahmed zu kochen, mittags Fufu mit Erdnusssoße und danach Reis mit Gemüsesoße. Abends wollten wir dann noch etwas trinken gehen.  Am Vortag wurden die Einkäufe getätigt und ich machte mich auf die Suche nach einem schönen Kleid, ein Kopftuch konnte ich mir von der muslimischen Familie der großen Boutique um die Ecke leihen, schöne Sandalen hatte Fenja für mich. Fenja und Linn halfen mir auch bei der Auswahl des Kleides, es  gab viele sehr schöne und die beiden bekamen gleich Lust, auch richtig mitzufeiern und zu beten :D
Am nächsten Morgen stand ich früh auf, um zu Ahmed zu gehen. Dort frühstückten wir (sehr komisches Gefühl im Hellen zu essen und zu trinken) und warteten auf Djibril und Damane, einen weiteren Freund. Es stellte sich heraus, dass das Gebet erst um 10:00 stattfand. Djibril tötete noch zwei Hühner für das spätere Festmahl und zeigte mir die Bet-Bewegungen, damit ich nicht ganz verloren beim Gebet dastehen werde. Schließlich kleideten wir uns an, bewunderten uns gegenseitig, schossen die ersten Fotos und machten uns auf den Weg zum „Chateau“. Wir fuhren mit Ahmeds Auto und die Stimmung war super, die drei stimmten eine Art Gebetsgesang an, den wir den ganzen Weg bis zum Gebetsplatz sangen. Oben angekommen trennten wir uns und ich folgte zwei Frauen, die mich nett begleiteten. Das Gebet war richtig toll, es beteten unglaublich viele Menschen gleichzeitig, aber leider dauerte das nur zwei Minuten und danach ging es wieder zurück, schade! Wir fuhren also wieder nach Hause und dort wurde schon fleißig von Ahmeds nicht-muslimischer Schwester und zwei Aushilfen das Essen zubereitet. Zum Essen war jeder eingeladen. Es kamen ganz viele Freunde, Linn und wir holten sogar einige meiner Schüler zu Hause ab. Den Rest des Tages ließen wir uns das unglaublich leckere Festmahl schmecken und spätnachmittags ging der Großteil nach Hause. So konnten Linn, Djibril, Ahmed und ich uns ein wenig ausruhen, das EURO-Spiel anschauen und uns fertig machen zum Ausgehen. Nach der Bar gegen 1:00 nachts gingen wir zu Ahmed und ich begann den Fehler, mit Djibril noch eine Menge Reis zu essen. Das führte dazu, dass sich am nächsten Morgen mein ganzer Magen entleerte ...  Kein schönes Erlebnis :/ Ich lag also erstmal den ganzen Folgetag flach, das kommt davon, wenn man zu viel feiert. Alles in allem war der Ramadan aber ein wunderschönes und spannendes Erlebnis für mich.

Voilà ein paar Fotos von mir als Muslimin ;)

Djibril zeigt mir wie man sich vor dem Gebet wäscht

mit Djibril (l.) und Ahmed (r.) bei Ahmed im Garten


oben auf dem Berg bei der großen Moschee habe ich nach
dem Gebet zwei Spieler aus meiner Fußballmannschaft
getroffen








Samstag, 30. Juli 2016

29-06-16 Salam aleikum!

Maleikum salam… Ich schreibe euch am Ende des Ramadans, dem muslimischen Fastenmonat. Ich hatte die Spontanidee, das Fasten mit meinen muslimischen Freunden hier einfach mal für ein paar Tage auszuprobieren. Geplant waren nur ein paar Tage und ohne auf Flüssigkeitszufuhr zu verzichten. Letztendlich bin ich am Ende des Monats immer noch dabei und habe nur an den ersten zwei Tagen was getrunken. Jetzt möchte ich das auch zu Ende führen.
Beim Ramadan fastet man zwischen Sonnenauf- und untergang, d.h. das ist hier gar nicht so schwer wie in Deutschland, da abends die Sonne schon um 18:00 untergeht. Ich stehe also jeden Tag um 4 Uhr morgens auf, wenn es noch dunkel ist, trinke ausreichend und nehme eine Mahlzeit ein, die ich am Vorabend auf der Straße gekauft habe. Zeit zum Essen habe ich bis 4:30, danach geht es nochmal ins Bett wenn ich die Zeit habe. Tagsüber muss ich mich dann um´s Essen und Trinken gar nicht sorgen, denn das gibt es erst wieder um 18:15. Um die Uhrzeit trinkt man etwas und nimmt eine Frucht zu sich, danach eine Bouillie (Art Milchreis ohne Milch) oder Tee o.ä. Erst ein/zwei Stunden später sollte man dann schweres Essen zu sich nehmen, und das stimmt wirklich! Ich kann das leider bezeugen. Habe am Anfang einmal ohne vorher etwas leichtes zu mir zu nehmen, mir den Bauch mit einer Riesen-Pate und daraufhin noch Couscous und Koliko vollgeschlagen, ich konnte mich nicht mehr bewegen und musste mich fast erbrechen :D So macht man seine Erfahrungen, ist auf jeden Fall nicht nochmal vorgekommen :P
Daraufhin sind mir öfter noch kleine Fehler passiert. Ich habe festgestellt, dass das Fasten im Laufe der Zeit den Körper ziemlich ermüdet und man einen unglaublich tiefen Schlaf hat. Mittlerweile habe ich mir fünf Wecker gestellt, damit ich nicht wie schon dreimal verschlafe. Verschlafen heißt dann leider gar kein Essen und das ist dann doch etwas hart… und auch nicht der Sinn des Ramadans, wie mir meine Freunde erklärt haben.
Es ist auf jeden Fall sehr interessant und ich komme durch das Fastens ins Gespräch mit ganz vielen Menschen und lerne viel über den Islam. In meinem Viertel und bei meinen Freunden werde ich schon Philinetou (muslimische Endung für Mädchennamen) und Muslimin genannt. Meine Schwester Emmanuela ist unglaublich süß, was da betrifft. Sie sagt mir immer wieder, dass sie mit mir zusammen Ramadan macht, aber einen Ramadan für Kinder, weil sie z.B. um 15:00 etwas gegessen hat.  Wir haben schon öfter zusammen um 18:30 die Bouillie zu uns genommen und letztens bin ich nach Hause gekommen und sie kam mir mit einem Pullover als Kopftuch auf dem Kopf entgegen. Manchmal will sie auch unbedingt ihr Essen mit mir teilen und versteht nicht, dass ich nichts essen möchte wegen dem Ramadan. Schlussendlich mag ich total die Gemeinschaft der Muslime während des Ramadans. Sie beten gemeinsam, essen und trinken zu gleichen Zeiten und oft auch gemeinsam. Zudem ist der Ramadan auch ein Monat der Großzügigkeit, was ich auch versuche zu leben. Man teilt alles, und die Moscheen bieten abends sogar kostenlos Essen an alle, die möchten aus. Jetzt bin ich gespannt auf das große Fest am Ende. Dort werde ich mit Ahmed und Djibril, zwei sehr guten Freunden, zur Moschee gehen (natürlich mit Kopftuch ;) ).

Sommerferien :D

Hier ist das Schuljahr jetzt schon so gut wie zu Ende und es geht in die langen Sommerferien (bis Mitte September! ). Letzte Woche haben die Terminalisten ihr Abitur geschrieben und jetzt warten alle Schüler auf ihre Resultate. Meine Schüler sind größtenteils trotzdem schon zu ihren Familien auf´s Dorf abgereist. Ich werde dann die Zeugnisse für sie entgegennehmen. Der Abschied war schon komisch, ich meine ich sehe sie jetzt ca. 2 ½ Monate nicht mehr und vor ihrer Abreise war ich jeden Tag mit ihnen zusammen und habe teilweise selbst bei ihnen übernachtet. Als ich den letzten meiner sechs Schüler verabschiedet habe, sind mir ehrlich gesagt schon fast die Tränen gekommen. Ich habe sie einfach zu doll lieb :P Ich kann mich aber ein wenig vertrösten, denn ich habe vor, sie in den Ferien zu besuchen, um ihre Familien, das Dorfleben kennen zu lernen und z.B. mit ihnen auf´s Feld arbeiten gehen.
Zudem werden einige Schüler der anderen weiterführenden Schule in Kpalimé bleiben, die habe ich auch schon alle ins Herz geschlossen und wir haben schon viele Aktivitäten für die Ferien geplant.

Cyber

Mit meinem Internetcafé-Projekt komme ich jetzt endlich voran. Ich habe zwar immer noch nicht das gute Programm bekommen, habe aber einfach ein Gratisprogramm aus dem Internet heruntergeladen und auf drei PC´s installiert. Neues Problem: ich kann die Ausbildung immer nur mit jew. drei Schülern ausführen und der Chef des Cybers meinte, wir müssten auch während der Ausbildung normalen Nutzungstarif bezahlen. Das können die Schüler sich nicht leisten. Ich habe daraufhin meine Chefs gefragt, ob ich das Programm auf unserem Computer installieren könne, denn in der Schule könnte ich mit den Schülern arbeiten, wann und wie lange ich will. Meine Chefs haben abgelehnt, was den Hauptcomputer betrifft, da dieser nicht manipuliert werden darf (mit diesem drucken wir die Bücher und Arbeiten in Braille aus). Sie meinten jedoch, sie hätten noch einen ganzen Computer, inkl. Tastatur und Maus. Den würden sie seit langem nicht mehr benutzen, ich könne mit diesem also machen was ich will. Das war mal eine super Nachricht. Leider stellte sich heraus, dass die Tastatur und der USB-Anschluss nicht funktionieren, das Programm habe ich trotzdem schon mal darauf installiert. Da Blinde aber nur mit der Tastatur arbeiten, kommen wir so erstmal nicht weiter. Ich muss jetzt jemanden finden, der uns das kostenlos repariert, das wird nicht leicht.
Glücklicherweise bietet das Blindenzentrum in Lomé diese Ferien eine kostenlose Informatikausbildung für die Schüler an, was uns natürlich super passt. So haben alle Schüler die Möglichkeit, sich dort auszubilden und in Kpalimé ihre Kenntnisse anzuwenden.

Freizeitaktivitäten   

Ja, unser Finale in Lomé… haben wir leider verloren L Ich war aber trotzdem unglaublich zufrieden. Das war spielerisch gesehen unser bestes Spiel im ganzen Turnier und man hat gemerkt, wie sich das Zusammenspiel des ganzen Teams verbessert hat. Bei den ersten Spielen wurde teilweise der Ball nur herumgebolzt, im Finale fingen die Mädels an, schnelle Pässe zu spielen und die erste Halbzeit dominierten wir sogar das gegnerische Team. In der zweiten Hälfte fehlte uns dann die Kraft (wir spielten wieder auf dem Sandplatz, mega anstrengend!). Ich konnte leider auch nicht alles geben, da ich krank war.
Das Training mit meinem Jungsteam in Kpalimé läuft zur Zeit mittelmäßig, da unser Platz leider zu einem Feld geworden ist, das Gras ist mittlerweile einen Meter hoch und da ist es echt nicht einfach einen Pass zu spielen. Wir haben jetzt einen Rasenmäher aus Lomé beauftragt, den Rasen zu mähen, richtig teuer  und dauert mittlerweile schon fast zwei Wochen, aber gut, wenigstens fangen wir dann endlich bald mal wieder mit dem Training an. Alleine trainieren macht mir keinen Spaß. Ich habe die letzte Zeit ein paar Mal mit Djibril und Ahmed trainiert und auch mit Fenja, meinen Schülern und alleine, um zumindest ein bisschen in Form zu bleiben.

Jetzt zu meinen musikalischen Aktivitäten. Beim Trommeln sind Linn und ich jetzt nur noch zu zweit, es macht aber trotzdem Spaß und mittlerweile macht es teilweise sogar Spaß Soli zu spielen, das war am Anfang immer der absolute Horror! :D
Zudem habe ich eine supertolle fantastische Neuigkeit!!! Linn und ich haben eine Gruppe in Kpalimé gefunden,  die zwei Balafon-Spieler haben. Das Balafon ist das xylophonartige Instrument, in das ich mich in Burkina verliebt habe und das in Togo gar nicht fabriziert wird und selten gespielt wird. Wir haben gefragt, ob wir das Instrument lernen können und jetzt haben wir zweimal die Woche Unterricht bei Sam, einem der beiden Balafon-Spieler :D :D :D
Ich bin überglücklich und der Unterricht macht superviel Spaß!!! Da ist für mich ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen ;)