Dienstag, 26. September 2017

25.07.2017 Neuigkeiten

Bonjour !
Lange ist es her, dass ich meinen letzten Beitrag geschrieben habe. Ich war in letzter Zeit zu beschaeftigt und wenn ich im Internetcafé war, war es fuer Recherche fuer mein Informatik-Projekt.
Fange ich doch mal damit an. Ich muss sagen, hier wird mal wieder einiges an Geduld und Durchhaltevermoegen von mir verlangt. Es geht ungefaehr alles schief was schief gehen kann, aber meine Schueler und ich geben nicht auf !

Woche 1 :

Erst schien alles super zu funktionieren. Wir durften die Computer der Schule benutzen, die Windows enthielten und somit NVDA, das Programm fuer Blinde, abspielen koennen. Am ersten Tag ging ich extra frueh in die Schule, um alles zu testen bevor die Schueler kamen. Gut so, es funktionierte naemlich genau einer der zehn Computer. Schoen, dass die Informatiklehrer mir das vorher gesagt haben… Naja, also dachte ich mir, wenigstens einer funktioniert, damit kann man arbeiten. Ich schloss den USB-Stick mit NVDA an und bekam direkt die Info, dass sic hein Virus auf dem Stick befindet. Der muss von dem PC gekommen sein, ich hatte naemlich zuvor alle Viren entfernt. Der Virus hatte alles auf dem Stick geloescht, somit auch unser NVDA. Hmm, die Schueler sollten in wenigen Minuten ankommen, was tun ? Mir fiel erstmal keine andere Loesung ein als nur mit den Computertastaturen zu arbeiten. Kann man nicht aendern. Ich begann mit den Maedels, sie waren zu dritt und ich merkte schnell, dass die Arbeit mit der Tastatur fuer den Anfang vollkommen ausreichte. Ich musste mit den dreien die ganzen Buchstaben wiederholen, zu den Computertasten wie Strg, Windows, Alt, Esc, usw. Kamen wir gar nicht. Anders sah es bei der Gruppe Jungs aus, die folgte. Die Buchstaben waren ein Kinderspiel fuer sie. Sollte es auch, da sie diese von der Schreibmaschine bereits beherrschten. Sie lernten auch schnell alle weiteren Tasten, die ich ihnen beibrachte und waeren schon bereit fuer NVDA und die richtige Arbeit am Computer gewesen. Schade, da mussten wir eine Loesung abwarten.
Daraufhin schickte mich unsere Organisation SADEA mit Andrim, der auch Mitglied im Organisationskommittee fuer den Tag der offenen Tuer ist, nach Atakpamé (ca.2h von Kpalimé entfernt), um dort Autoritaeten, Kirchen, Organisationen und Gesellschaften zu treffen und finanzielle Fonds aufzubauen. Dazu spaeter mehr. Somit legten wir bezueglich der Informatik eine Pause ein. Meine Zehntklaessler schrieben in dieser Woche ihre Abschlusspruefungen, die in unserem Schulgebaeude geschrieben wurden und uns somit auch den Zutritt verwehrte.


Woche 2 :

Die Woche darauf wollten wir Montags weitermachen und trafen uns frueh in der Schule, die uns mit verschlossenen Tueren empfang. Damit hatten wir nicht gerechnet, ich hatte mit dem Direktor der Schule die Daten der Informatikausbildung abgesprochen. Wir waren also verpflichtet, es am naechsten Tag nochmal zu versuchen. Diesmal hatten wir auch Glueck, nur war der Schluessel fuer den Raum mit den Computern verschollen. Das stellte sich letytendlich als Gluecksfall heraus. Die Sekretaerin verwies und in den Informatiksaal. Dort arbeiteten wir weiter an der Tastatur. NVDA konnte man hier nicht installieren, da die Computer kein Windows besitzen, sondern initic, ein Lernprogramm fuer Schueler. Am selben Tag kam ein Belgier vorbei, der zustaendig fuer den Informatiksaal ist. Er arbeitet fuer initic und installiert Computer in mehreren SChulen in Togo. Als er uns auffand, war er total erstaunt, dass Blinde in der Schule sind. Er wollte sich mit mir treffen, um sic hein bisschen auszutauschen und eine Loesung zu finden, um den Informatiksaal auch fuer Blinde zugaenglich zu machen. Das war mal eine Super Nachricht !!! :D 
Den Rest der Woche blieb die Schule geschlossen, wir mussten also mal wieder die Folgewoche abwarten.

Woche 3 :

Montags verpassten wir die Moeglichkeit in der Schule zu arbeiten. Morgens beauftragte mich Eli, der Praesident unserer Organisation noch mit einigen Aufgaben. Dadurch konnten wir erst nachmittags mit Informatik weitermachen. Es stellte sich aber heraus, dass die Schule nur morgens geoeffnet war. Ich konnte aber die Zeit nutzen, um die Laptops abzuholen, die ich in Deutschland organisisert hatte. Ueber den Freund einer anderen deutschen Freiwilligen hatte ich bereits im Januar zwei Laptops einer Firma organisiert, die regelmaessig Laptops fuer soziale Projekte spendet. Die Freiwillige ist Stewardess und hat die Laptops nach Benin bringen koennen. Dort hat ein togolesischer Freund sie abgeholt und nach Kpalimé gebracht. Ich freute mich riesig, dass die Laptops endlich angekommen sind. Natuerlich wieder nicht ohne Probleme. Auf den Laptops befand sich kein Windows und kein Microsoft Office. Gluecklicherweise konnte mir mal wieder Ahmed weiterhelfen, ein togolesischer Freund, der mir immer bei Informatikproblemen hilft. Er installierte Windows, Microsoft Office, Skype und ein Antivirenprogramm. Perfekt, jetzt hatte ich endlich die Moeglichkeit,  den Schuelern auch NVDA beizubringen.

Wir machten Dienstagmorgen weiter. Die Arbeit mit der Tastatur funktionierte gut. Ich machte die Computer jetzt an und oeffnete Word, damit die Schueler Texte schreiben koennen, auch wenn die fuer sie unsichtbar blieben. Ich musste ihnen vorlesen, was aber wesentlich angenhemer war als staendig auf deren Tastaturen zu schauen, ob sie ihre Finger auf die richtige Taste setzen.
In dieser Woche begann ich auch mit einzelnen Schuelern mit NVDA zu arbeiten. Am Anfang war es sehr schwierig fuer die SChueler und sie verstanden kein Wort von dem, was die Computerstimme ihnen sagte. Nach einigen Uebungsstunden funktionierte es aber schon viel besser. Von da an arbeitete ich immer nur mit einem Schueler einzeln. Anfangs funktionierte nur der eine Laptop. Dadurch nahm die Arbeit natuerlich enorm viel Zeit in Anspruch, war aber auch wesentlich effektiver. Leider war bei einigen Schuelern das Interesse nicht sehr gross und ich konnte sie nicht motivieren regelmaessig teilzunehmen. ANdere Schueler dagegen sind super motiviert und interessiert. SIe lernen zudem unglaublich schnell. Einer meiner Schueler ist mittlerweile mein Assistent geworden, da er schon ziemlich fit mit dem Laptop ist und mir hilft, den anderen Schuelern die Funktionen des Computers zu erklaeren. Die Zeit reicht leider nicht, um den Schuelern alle wichtigen Funktionen naeher zu bringen, wie ich es urspruenglichgeplant hatte. Ich habe sie zumindest so weit gebracht, dass sie ein Word-Dokument erstellen koennen ohne Rechtschreibfehler zu hinterlassen, es zu speichern und danach im Explorer wiederzufinden. Ausserdem koennen sie Lieder abspielen und z.B. auf einen USB-Stick kopieren. Ich habe ihnen beigebracht Dokumente zu loeschen und auch umzubenennen und ich hoffe, dass sie groesstenteils verstanden haben wie der Computer aufgebaut ist und wie er funktioniert.

Damit das Gelernte nicht verloren geht, bin ich dabei eine CD aufzunehmen, auf der ich Schritt fuer Schritt und moeglichst verstaendnisvoll erklaere, wie ein Blinder den Computer und NVDA benutzen kann. Zudem werde ich noch den Belgier treffen, der den Informatiksaal in meiner Schule installiert hat und diesen nun auch fuer Blinde zugaenglich machen moechte. Ausserdem moechten zwei Lehrer des Blindenzentrums, die sehr engagiert sind, lernen, wie NVDA funktioniert, um die blinden Schueler bereits in der Grundschule an den Computer zu gewoehnen. Das ist eine super Sache, somit kennen sich wenigstens zwei sehende Togolesen mit dem Programm aus, um es zukuenftig weiterzugeben und bei Problemen zu helfen.
Das zu meinem kleinen Informatik-Projekt. Ich hoffe, ich schaffe das alles noch bevor ich wieder abreise.

Kraeuterkunde

Ich habe vor drei Wochen auch eine kleine Ausbildung bei einem Naturheiler angefangen. Mich interessiert auch in Deutschland die NAturheilkunde und hier wollte ich auch die Gelegenheit nutzen, um afrikanische Heilpflanzen und natuerliche Heilmittel kennen zu lernen. Die Ausbildung fing super an. Ich ging zu meinem Ausbilder, ein aelterer Herr, der nur bruechig franzoesisch spricht. Am ersten Tag wanderten wir zwei Stunden durch die Natur und er zeigte mir viele Baeume und Pflanzen und erklaerte mir deren Wirkung. Das war super spannend und ich schoss eifrig Fotos, um mir alles merken zu koennen. Die darauffolgenden Tage schrieb er mir die verschiedenen Pflanzen in ein Heft ; mit deren wissenschaftlichen Namen, der Wirkung und Rezepten zur Zubereitung von Medikamenten. Schade war, dass sein Franzoesisch nicht sehr gut ist und er mir viele Fragen nicht beantworten konnte und dass er mir nicht life zeigte, wie man die Medikamente zubereitete. Aber das macht nichts. Ich habe auf jeden Fall trotzdem einen tollen Einblick in die afrikanische Naturheilkunde bekommen.

SADEA-Arbeit fuer die Organisation meiner Schueler

Ich habe ja schon erwaehnt, dass ich nach Atakpamé geschickt wurde, um nach finanzieller Unterstuetzung zu suchen. Unser Praesident schickte Andrim und mich zweimal nach Atakpamé. Das erste Mal war extrem anstrengend. Wir klapperten jede Firma, Institution, Kirche, Autoritaet, etc. ab, die uns evtl. Unterstuetzen koennte. Wir suchten speziell nach Unterstuetzung fuer den geplanten Tag der offenen Tuer. Letztendlich fanden wir gerade genug Geld, um die Reise nach Atakpamé zu finanzieren. Die Suche nach finanzieller Unterstuetzung hier in Togo ist wirklich extrem anstrengend, aber was soll man machen. Staendig Versprechen, die nicht eingehalten werden ; Direktoren die angeblich nicht da sind oder beschaeftigt sind oder aber man wird nach Lomé verwiesen, weil sich dort die Hauptstelle befindet … Naja, wir liessen uns nicht die Laune verderben. Wir trafen einen Pfarrer, der uns den Vorschlag machte, uns bei einer grossen Veranstaltung vorzustellen und an die eingeladenen Autoritaeten zu appellieren. Fuer diese Veranstaltung traten wir unsere zweite Reise nach Atakpamé an. Diesmal meinte die Natur es nicht gut mit uns. Den ganzen Tag regnete es in Stroemen. Die Veranstaltung fand trotzdem statt, es kamen nur leider keine Autoritaeten und wir konnten lediglich an die Bevoelkerung appellieren. Der Abend war furchtbar anstrengend. Durch den Regen waren wir total durchnaesst und es war extrem kalt. Zudem hatten wir durch ein Missverstaendnis keine Uebernachtungsmoeglichkeit … Wir standen also um 23 :00 nachts frierend und voelig durchnaesst an der Hauptstrasse von Atakpamé. Wir sahen keine andere Moeglichkeit als den Bruder eines Schuelers anzurufen, der mit seiner Familie in Atakpamé wohnt. Gluecklicherweise sah er kein Problem darin uns fuer eine Nacht aufzunehmen. Das war mal wieder ein kleines Abenteuer und ein sehr demotivierendes Erlebnis fuer unsere Organisation.
Bis jetzt haben wir leider keine finanzielle Unterstuetzung gefunden, was uns dazu veranlasst hat, den Tag der offenen Tuer zu verlegen. Wir wollen versuchen, ihn im Oktober zu veranstalten. Hoffentlich klappt es diesmal.

Sonstiges

Ansonsten haben Linn und ich in der Freizeit noch nicht sehr viel unternommen, wir sind noch sehr eingespannt von der Arbeit. Wir sind einmal einfach in die Natur drauflosgewandert. Das war sehr schoen, wir konnten die Ruhe und die Natur geniessen und an einem idyllischen Plaetzchen unter Palmen unsere leckeren Avocado-Sandwichs geniessen. Das war superschoen und ist etwas, was ich in Togo liebe. Man kann sozusagen direkt vor der Haustuer in die Natur gehen und findet schnell reine Natur, verschlungene Wege und scheinbar sehr abgelegene Orte, wenn auch nah an der Stadt dran.

Wir kochen in letzter Zeit auch sehr oft mit Freunden. V.a. mit Andrim und Yovogan, zwei meiner blinden Schueler. Und Andrim ist wirklich ein Meisterkoch, von ihm habe ich sehr viel gelernt, was die afrikanische Kueche angeht. Ich bin zudem eine kleine Nomade geworden. Ich wechsel staendig meinen Schlafplatz. Mal schlafe ich bei Djibril, mal in unserem gemieteten Zimmer in der Stadtmitte und mal bei meinen Schuelern, je nachdem wo ich mich abends befinde und wie es in mein Programm passt.

Seit einer Woche verbringe ich sehr viel Zeit im Krankenhaus wegen eines Abzesses. Der wurde mir mit einer lokalen Betaeubung herausgeschnitten und muss jetzt regelmaessig vom Arzt desinfiziert und gesaeubert werden. Das machen die Aerzte hier aber wirklich gut, es ist nur sehr nervig, da sich der Abzess auf meinem Hintern befindet und ich wirklich Probleme habe, mich zu setzen, haha.

Ich habe noch gar nicht DIE Neuigkeit aus Kpalimé erzaehlt ! Hier wurden fast alle Gebaeude des grossen Marktes abgerissen. Es gibt verschiedene Theorien, was der Grund ist. Die einen sagen, der Fluss muesse vergroessert werden, da er oft den Markt ueberschwemmt. Andere sagen die Marktstrasse soll vergroessert und erneuert werden und es gehen Geruechte herum, das die GIZ das veranlasst hat, aber gut, wer weiss …
Ich muss euch auch noch von unserem Besuch erzaehlen. Einmal ist Eleonore aus England fuer einen Monat nach Togo gekommen. Sie war letztes Jahr fuer sechs Monate in einem kleinen Dorf in der Naehe von Kpalimé und ist fuer ein Projekt mit zwei weiteren Studenten ihrer Uni hergekommen. Sie hat uns an zwei Wochenenden in Kpalimé besucht und wir haben zusammen eine schoene Zeit verbracht. An einem Wochenende sind Greta und Azim vorbeigekommen. Die beiden hatten uns letztes Jahr im Sommer in unserer Wohnung besucht. Greta ist kommt aus Oesterreich und ist im Sommer 2015 mit uns in Togo angekommen, aber nur fuer sechs Monate. Jetzt ist sie schon das zweite Mal zurueckgekommen. Azim ist ihr togolesischer Freund und die beiden sind superlieb. Sie konnten bei uns wohnen, weil unser Vermieter total nett ist und den beiden kostenlos ein Zimmer angeboten hat. Die beiden wollten eigentlich nur zwei Tage bleiben. Es war aber so schoen, dass sie knapp vier Tage geblieben sind. Wir sind zusammen auf den Markt gegangen, Greta hat mich einmal zu meinem Kraeuterheiler begleitet und wir haben auch Andrim besucht und zusammen Bohnen gekocht und sind am Fluss spazieren gegangen.

Einmal haben wir mit meinen Schuelern angefangen einen Film zu gucken. Ich habe in Deutschland extra meinen Lieblingsfilm « Ziemlich beste Freunde » gekauft, da ich den sehr passend fuer meine Schueler finde und dort eine Blindenversion drauf ist. Ja schoen vorbereitet, aber ich haette ihn mal besser ausprobieren sollen bevor ich ihn meinen Schuelern zeige. Die Blindenversion war leider nur auf Deutsch… Hmm, was tun ? Den Film so zu gucken waere schwierig fuer die Schueler, da sie nicht daran gewoehnt sind. Die Loesung war dann, dass ich Moderatorin spielte und versuchte, den Film blindengerecht zu kommentieren. Das war gar nicht so einfach, weil man wirklich schnell sein muss, um den Schauspielern nicht reinzureden, hat aber Spass gemacht.   

Ich habe auch regelmaessig Deutsch-Nachhilfe gegeben. Meine Schueler, die jetzt in die Oberstufe kommen und Deutsch lernen werden, hatten mich darum gebeten. Die Nachhilfe machte mir Spass, da die Atmosphaere sehr angenehm war. Meine Schueler waren super motiviert, lernten schnell und wir hatten keinen Zeitdruck und mussten uns an keinen Lehrplan oder aehnliches halten. Sie koennen jetzt das Alphabet, die Begruessung, die Aussprache, Wochentage, Monate und die Verbkonjugation. Wenn sied as vor Schulbeginn nochmal wiederholen, werden sie anfangs keine Probleme haben, im Unterricht mitzukommen :D

Dieses Wochenende werden vermutlich auch fast alle Schueler den Weg nach Hause antreten und ich werde sie nicht mehr sehen bevor ich abreise. Mir steht also schon ein grosser Abschied bevor. Dann werden Linn und ich unsere Reise in den Norden Togos antreten. WIr planen dafuer ca zehn Tage ein. Wir werden erst nach Dapaong und Mango reisen, um ein bisschen Urlaub zu machen. Auf dem Rueckweg machen wir dann Halt in Sokodé, um nach Gastfamilien fuer unsere togolesische Organisation zu finden.
Kommen wir aus dem Norden zurueck bleibt uns auch nur noch eine Woche in Kpalimé. Darauf freuen wir uns auch schon riesig, da Fenja ( Mitfreiwillige vom letzten Jahr) nach Togo kommen wird :D

Das war ein kleiner Einblick in unsere Aktivitaeten hier in TOGO J Fotos werde ich im Nachhinein hochstellen, hier habe ich keine Zeit dafuer …

Unsere Stamm-Früchteverkäuferin




Mit unseren Freunden in deren Boutique
Linn und ich spielen "Avalé"
Ich mit meiner Gastmama
Ich fahre in Djibril´s Hof
Fufustampfen bei Djibril
Um Emmanuel Adebayor spielen zu sehen, klettert das Publikum sogar in Bäume
Der togolesische Fußballstar Emmanuel Adebayor
Linn, Djibril und ich im Stadion
vorher
Nachher
Schnipp, schnapp, Haare ab
Linn bei ihrer Friseurausbildung
Nach dem Gottesdienst vor der Kirche

Dienstag, 20. Juni 2017

20.06.2017 Projekte

Bonjour!

Computerprojekt:
Ich moechte euch schonmal auf den aktuellen Stand bringen, was meine Projekte hier betrifft.
Einmal habe ich ja schon im Vorhinein ein kleines Computerprojekt geplant. Die Vorbereitungen dafuer laufen besser als erwartet.Ich konnte uns jetzt den Informatiksaal meiner Schule organisieren. Dort stehen uns in den ersten drei Juliwochen sechs Computer mit Windows und Microsoft Office zur Verfuegung. Der Informatiklehrer versucht jetzt sogar noch Kopfhoerer zu organisieren, damit wir besser arbeiten koennen. Ich werde die Schueler dann in 6er-Gruppen einteilen und mit jeder Gruppe vorraussichtlich drei Tage intensiv arbeiten. So sollten Grundkenntnisse in der Computernutzung danach garantiert sein.
Ich bin auch im Blindenzentrum auf grosses Interesse an meinem Projekt gestossen. Zwei der dort unterrichtenden Lehrer moechten mitmachen, um die Kenntnisse in Zukunft schon an die blinden Grundschueler weiterzugeben. Ich plane zudem, einen sehbehinderten togolesischen Freiwilligen mit einzubeziehen. Er arbeitet seit einem halben Jahr hier im Projekt, hat aber nicht sehr viel zu tun. Wenn ich ihn mit auisbilde, kann er vielleicht im naechsten Schuljahr den blinden Schuelern regelmaessig Informatikunterricht geben.

Tag der offenen Tuer:
Zudem habe ich mit dem Praesidenten unserer jetzt einjaehrigen Organisation SADEA gesprochen. Fuer diese Sommerferien planen die Schueler einen Tag der offenen Tuer, an dem allen Interessierten gezeigtwerden soll, was Blinde alles machen koennen. Sie werden z.B. Braille schreiben und lesen, mit dem Blindenstock laufen, kochen, Fussballspielen, Musikmachen, Kartenspielen und wenn wir das finanzieren koennen Seife herstellen und Stuehle und Koerbe flechten. Auf meinen Vorschlag hin, planen wir jetzt auch, Besuchern die Augen zu verbinden und sie von Blinden herumfuehren zu lassen. Wir hoffen dadurch, ein wenig Sensibilisationsarbeit machen zu koennen und von Autoritaeten und anderen Organisationen mehr Aufmerksamkeit zu erlangen.

Maedchenfussball:
Mein Maedchenfussballteam hat sich leider sehr verkleinert. Die Maedels sind nicht mehr so motiviert wie am Anfang und kommen fast gar nicht mehr zum Training. Das wiederum demotiviert die, die regelmaesig trainieren moechten. Es hat sich aber mittlerweile eine professionelle Maedchenmannschaft in einem anderen Stadtteil gebildet, die sogar die Meisterschaft in Lomé (Hauptstadt) mitgespielt hat.
Zudem plant ein togolesicher Freund von mir ein Umweltprojekt in Verbindung mit Fussball. Er trainiert bereits eine kleine Gruppe Jungs, an der gleichen Schule, an der Djibril und ich die Maedelsmannschaft aufbauen wollen und moechte neben dem Training jeden Samstag Muellsammelaktionen mit den Fussballbegeisterten starten. Damit will er den Jugendlichen ein Gefuehl fuer Umweltschutz geben. Die idee finde ich super und meiner Meinung nach laesst sich das alles super verbinden. Ich habe jetzt schon mit Djibril gesprochen. Wir werden nach Moeglichkeit, eine Auswahl unserer Fussballerinnen, die ein bisschen professioneller Fussball spielen moechten, mit dem bereits bestehenden Maedchenteam trainieren. Die anderen Maedels, denen der Fussball nicht ganz so wichtig ist, werden wir mit in das Umweltprojekt integrieren. An diesem sollen sowieso Maedchen wie Jungs teilnehmen.

Ansonsten fangen Linn und ich heute an, den baldigen Abiturienten Deutsch- und Englisch-Nachhilfe zu geben, da diese bereits im vergangenen Jahr durchgefallen sind. Es bleiben noch drei Wochen bis zu den Pruefungen und wir wollen versuchen, sie so fit wie moeglich dafuer zu machen.

Das zur Arbeit. Was unsere Freizeit betrifft, ist unser jetztiger Aufenthalt so viel entspannter als letztes Jahr. Wir haben endlich Zeit, auch mal in Ruhe ueber den Markt zu schlendern, mit den Schuelern viele neue Lieder zu lernen, Sport zu machen, ab und zu mal in den kleinen Fluessen Abkuehlung zu suchen, Zeit mit Freunden zu verbringen, usw. Uns geht es also wirklich wahnsinnig gut hier und wir sind unglaublich froh, dass wir nochmal fuer knapp drei Monate in Togo sind. Am Samstag haben wir uebrigens unsere erste grosse Auffuehrung mit Feuer-Poi. Das hatte Linn mir im letzten Jahr beigebracht und wir hatten damals schon zur Abschiedsfeier einer Freiwilligen eine kleine Vorfuehrung zum besten gegeben. Jetzt wurden wir gefragt, ob wir beim grossen Tanz- und Trommelfestival am Samstag auch eine kleine Einlage vorfuehren koennen. Da hat unser Duo Nangaviwo (uebersetzt: die kleinen Alten; so werden wir hier mittlerweile von den meisten Freunden genannt) natuerlich nicht Nein gesagt. Bis dahin muessen wir jetzt fleissig trainieren. Ich bin schon gespannt auf Samstag.

Viele liebe Gruesse aus Togo!!!!

Samstag, 3. Juni 2017

03.06.2017 wieder nach Togo :D

Hallo, nach langem melde ich mich doch nochmal hier auf der Seite, auch wenn mein Freiwilligendienst schon wieder Vergangenheit ist. Meine Rückreise nach Togo steht jedoch kurz bevor und ich dachte mir, das könnte den ein oder anderen interessieren. Am Mittwoch fliege ich für drei Monate zurück nach Togo. Die Vorfreude ist natürlich riesig und die Vorbereitungen in vollem Gange :D Ihr fragt euch bestimmt, was ich dort vorhabe... Ich plane, ein Informatikprojekt mit meinen blinden Schülern, mit dem Ziel ihnen den Zugang zu Computern und Internet zu ermöglichen. Desweiteren möchte ich mit meiner Mitfreiwilligen Linn (wir fliegen zusammen zurück), für unsere Organisation vor Ort arbeiten. Wir werden durch Togo reisen und in anderen Städten und Dörfern Gastfamilien suchen. Damit wollen wir erreichen, dass Freiwillige mehr auf das ganze Land verteilt werden und nicht nur in den Großstädten eingesetzt werden. Gebraucht werden sie überall. Das sind unsere "Hauptprojekte", ansonsten werden wir für unsere Schüler da sein, Freunde treffen, noch mehr über die Kultur lernen u.v.m. Das ergibt sich schon alles. Drei Monate sind weniger als man denkt... Au revoir! Bis bald :D

Freitag, 10. März 2017

Hallo zusammen!

Ich möchte euch nur kurz mitteilen, dass ich jetzt einen kleinen Foto-Vortrag vorbereitet habe, den ich am 25.03. um 19:00 in der Ingelheimer Saalkirche (Anbau) präsentieren werde. Alle, die interessiert sind und Zeit und Lust haben sind herzlich eingeladen. Freue mich auf euch! :)

Dienstag, 21. Februar 2017


21-02-2017 Zurück in Deutschland

Halloo! Diesmal grüße ich euch nicht mehr aus Togo, sondern aus Deutschland...
Linn und ich sind am 30.01.2017 in Lomé in den Flieger gestiegen und haben gesund und voller Vorfreude auf Deutschland und Trauer und Heimweh nach Togo den Frankfurter Flughafen erreicht.
Das ist jetzt ziemlich genau drei Wochen her, ihr müsst mich entschuldigen, dass ich nicht schon früher einen Blogeintrag geschrieben habe, um euch wenigstens über meine Rückkehr zu informieren. Ich muss ehrlich zugeben, es war einfach viel los, ich bin noch ziemlich unorganisiert und teilweise sehr unmotiviert. Ich komme aber langsam wieder rein und gewöhne mich an das deutsche organisierte und schnelle Leben.
Ich möchte euch mit diesem Post nur kurz diese Info übermitteln, ein ausführlicher kommt noch, das verspreche ich. Mein letzter Bericht aus Togo ist ja nun auch nicht mehr der aktuellste. Also, ich sag euch dann mal bis bald und für kommendes Wochenende ein dreifachdonnerndes Helau! ;)

Montag, 12. Dezember 2016

10-12-2016

Hallo meine Lieben,

ich habe ein unglaublich schlechtes Gewissen, weil ich euch so lange nicht mehr geschrieben habe. Hier ist einfach sehr viel los und die Arbeit lässt mir keine freie Minute. Dadurch, dass ich gerade krank bin, habe ich mal wieder Zeit, ein Lebenszeichen von mir zu geben. :D
Für meine Schüler gebe ich momentan alles. Ich versuche ihnen, auch gegen den Willen meiner Chefs, ganz viel Material für die Schule in Braille zu setzen. Man muss sich vorstellen, wie schwierig es ist, im Unterricht mitzukommen ohne Bücher, Texte und Aufgaben. Das einzige Buch, dass sie komplett in Braille ausgehändigt bekommen ist Englisch und Deutsch. Vor allem für die Abiturienten reicht das aber nicht aus. Das Schuljahr hat auch sehr spät angefangen und so müssen die Lehrer den Stoff schnell durchnehmen und viele nehmen keine Rücksicht mehr auf die blinden Schüler. Diese kommen beim Mitschreiben nicht mehr mit und ihre Mitschüler haben immer weniger Zeit ihnen den Stoff zu diktieren. Somit bin ich mehr damit beschäftigt, meinen Schülern das Durchgenommene und Aufgaben oder Beispielklausuren zu diktieren als Nachhilfe zu machen. Die Zeit reicht nicht. Unter der Woche arbeiten wir schon immer bis 21:00 und auch am Wochenende bin ich bei meinen Schülern. Vier meiner Schüler müssen beispielsweise auch jedes Wochenende ein Diktat schreiben. Deren Französischlehrer hat mich beauftragt, dies mit ihnen zu machen. Das nimmt schon mit Korrektur ca. zwei Stunden ein. Ich habe auch einen neuen Schüler, der jetzt von der Grundschule im Blindenzentrum zu uns gekommen ist. Er muss noch lernen eigenständig zu lernen, ich muss ihm also täglich Aufgaben und Lernstoff geben, den ich am nächsten Tag kontrolliere. Ich hoffe, ihm so zu zeigen, dass er täglich zu Hause lernen muss, um in der Schule mithalten zu können. In den letzten Wochen waren zudem ständig Schüler von mir krank, um die ich mich kümmern musste. Ich habe leider nach wie vor nicht gelernt, Nein zu sagen und so nehme ich immer wieder neue Aufgaben an und meine To do-Liste wird nie kürzer, sondern vergrößert sich ständig. Ein weiteres Problem ist die Arbeit mit den Schülern von der anderen Schule. Diese haben teilweise schon mehrmals eine Klasse wiederholt, sechs Schüler sind letztes Jahr beim Abitur durchgefallen und das Problem ist, dass sie sich schon seit ein paar Jahren aufgegeben haben und nicht mehr motiviert sind zu lernen und alles für die Schule zu geben. Da sind unsere Chefs auch nicht sehr unterstützend, indem sie den Schülern tagtäglich zu verstehen geben, wie dumm, faul und unintelligent sie sind. Sie bräuchten meiner Meinung nach ganz viel Motivation und Nachhilfe, man muss ihnen zu verstehen geben, dass sie das mit Einsatz schaffen können. Nun habe ich aber gar keine Zeit, mit ihnen zu arbeiten und die neue Volontärin braucht natürlich erstmal Zeit, sich einzugewöhnen und es ist auch nicht einfach, Nachhilfe mit so vielen Schülern verschiedener Klassen zu organisieren. Ich finde sowieso, diesbezüglich müsste das Projekt einen Zeitplan, bzw. ein Programm für die Nachhilfe mit den Schülern vorgeben, damit die Volontäre direkt am Anfang des Schuljahres mit dieser Arbeit beginnen können.
Zu der Arbeit im Projekt ist jetzt auch noch die Arbeit für unsere neu gegründete Assoziation gekommen. Im Moment bin ich sozusagen die Sekretärin meiner Schüler. Wenn Anfragen, Projekte, Briefe etc. geschrieben werden müssen, bin ich zuständig. Zudem geht die Suche nach finanzieller oder materieller Unterstützung weiter. Das ist unglaublich anstrengend. Für die Schüler ist es schwierig, das neben der Schule zu machen. Sie dürfen nicht allzu oft im Unterricht fehlen, die Arbeit für die Assoziation sollte auch keine negativen Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen haben, wo es doch eine Assoziation für Bildung ist. Unser Koordinator musste ein paar Mal nach Lomé unter der Woche und ich musste ihn auch einmal aus dem Unterricht holen für einen wichtigen Besuch bei dem Chef der GIZ. Leider war unsere Suche noch nicht sehr erfolgreich. Wir bekommen ständig Versprechungen und positive Antworten, Geld haben wir aber leider noch keines gesehen. Neulich hat uns glücklicherweise eine Druckerei eine ganze Menge Blätter gespendet. Das ist super! Damit drucke ich jetzt die Hausordnung (? Ich habe die deutsche Übersetzung noch nicht rausgefunden. Auf Französisch heißt das „statuts“ und „règlement intérieur“) für unsere Organisation in Braille aus. Denn wir wollen noch vor meiner Abreise die Generalversammlung organisieren, da muss die „Hausordnung“ vorgelesen werden, zudem muss diese für jedes Mitglied zugänglich sein. Bei der Versammlung wird unser provisorisches nationales Exekutivbüro endlich offiziell gewählt werden.
Ich muss jetzt leider langsam Schluss machen, weil ich doch noch nicht so fit bin.
Ich bin auf jeden Fall weiterhin superglücklich in Togo. Linn ist die beste Gastfamilie, die es gibt und meine Schüler sind die liebsten und bewundernswertesten Menschen die ich kenne. Ich lerne unglaublich viel von meinen Mitmenschen hier und bereue diese 1 ½ Jahre keine einzige Minute! Deshalb sind Linn und ich allen unseren Unterstützern bei unserem Förderkreis, beim Crowdfunding (was sehr sehr erfolgreich war, wir haben es geschafft!) und generell bei der Begleitung unseres Freiwilligendienstes soo unvorstellbar dankbar!!! Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen und wir hätten so viel verpasst.
Linn und ich sind übrigens fleißig am Weihnachten vorbereiten. Wir organisieren jeden Adventssonntag einen Adventsabend für alle Volontäre, die Lust haben. Wir singen dann Weihnachtslieder bei Kerzenschein und essen Kekse. Am 6. Dezember wollen wir Wichteln und für Weihnachten überlegen wir uns auch noch etwas besonderes . Linn hat mir sogar einen Adventskalender gebastelt :D Wir haben auch schon einen kleinen Weihnachtsbaum (bzw. Ast) und einen Mini-Adventskranz :P
Naja, das dazu ;) Ich wünsche euch eine ganz tolle Adventszeit!


Mir ist gerade noch eingefallen, dass ich euch noch von meinem Mädchenfußballprojekt erzählen muss. Ich habe jetzt mit Schulbeginn an meiner Schule hier ein Mädchenfußballteam gegründet. Mein Freund Djibril, der auch Mathelehrer an der Schule ist, hat sich als Trainer bereit erklärt und ist sehr engagiert. Wir haben das Training zu zweit begonnen und jetzt nach ca. einem Monat haben wir schon 15 Mädels die regelmäßig zum Training kommen. Die Mädels sind alle super motiviert, nur leider haben viele noch nie einen Ball gespielt (hier im Spulsport werden nur Leichtathletikdisziplinen durchgenommen), dadurch werden die wenigen Mädels, die schonmal in einer anderen Stadt Fußball gespielt haben demotiviert, aber es funktioniert trotzdem durch die Begeisterung und die schnelle Weiterentwicklung der Spielerinnen. Ich bin richtig froh, dass ich das doch noch auf die Riehe bekommen habe, damit habe ich jetzt so kurz vor Schluss gar nicht mehr gerechnet und der Frauenfußball liegt mir doch ziemlich am Herzen :P

Montag, 10. Oktober 2016

Salut !

Hier bin ich mal wieder.
Ich fange mit einem wichtigen Anliegen und einer Bitte an. Wie ich schon erwähnt habe, wollen Linn und ich mithilfe von Crowdfunding einen Großteil des Geldes für die Verlängerung zusammen kriegen. Wir haben unsere Seite endlich fertig gestellt und jetzt heißt es, ganz viel Werbung für unser Vorhaben zu machen, damit es ganz viele Menschen erreicht. Dafür sind wir auch auf eure Hilfe angewiesen. Unsere Seite könnt ihr euch unter folgendem Link angucken:

  
Dort kann man sich ein kleines Video von uns angucken und einen Text durchlesen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, gebt den Link auf allen möglichen Wegen an alle eure Freunde und Bekannte weiter , teilt unseren Aufruf auf facebook und wenn ihr möchtet, könnt ihr uns natürlich auch gerne finanziell unterstützen (Kontodaten auf der Crowdfunding-Seite). Wir freuen uns über jede Hilfe, sei sie noch so klein ;)
Vielen vielen Dank schonmal!!! :D